AUA-Betriebsrat: Flugausfälle drohen

Vor „heftigen Turbulenzen“ beim Flugplan warnt der Betriebsrat der Austrian Airlines (AUA). Ab Dezember drohe der Abgang von 150 Kopiloten, was zu Flugausfällen führen könnte. Die AUA zerstreute die Ängste.

Hintergrund für den drohenden Abgang ist laut Betriebsrat ein Tarifkonflikt bei der AUA-Mutter Lufthansa, der nun gelöst ist. Derzeit arbeiten bei der AUA rund 300 Kopiloten, die von der Lufthansa ausgebildet wurden und dort auch Jobs zugesagt bekommen hatten. Durch einen Streit zwischen der deutschen Pilotengewerkschaft und dem Unternehmen habe es aber jahrelang keine Einstellungen gegeben, so der Betriebsrat in einer Aussendung am Montag. Damit die Kopiloten trotzdem fliegen konnten, seien sie bei der AUA beschäftigt worden.

Angebote für Kopiloten gefordert

Nun gebe es jedoch eine Einigung in dem Streit: „Deswegen droht Austrian jetzt der Abgang von 150 Kopiloten zur Konzernmutter“, wird AUA-Betriebsratsvorsitzender Rainer Stratberger zitiert. „Auch weil dort die finanziellen Bedingungen deutlich besser sind. Viele könnten also zu deutlich besseren Konditionen wieder in ihre Heimat zurückkehren.“

Zahlreiche Kopiloten wären jedoch bereit, zumindest etwas länger zu bleiben, um die AUA nicht im Regen stehen zu lassen, so Stratberger. Dazu müsse man ihnen jedoch „entsprechende Angebote vorlegen“. Der Betriebsrat habe bereits vor zwei Jahren darauf hingewiesen, heißt es weiter, es sei jedoch nichts passiert.

Flugausfälle durch Personalmangel im Vorjahr

„Dieses passive Verhalten müssen jetzt die Kolleginnen und Kollegen in der Luft und am Boden ausbaden“, kritisiert Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Bereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida. Die Crews würden durch Flugausfälle nicht zu ihren Familien kommen und das Bodenpersonal müsste den verständlichen Ärger der Passagiere über sich ergehen lassen.

Die AUA habe offenbar aus den Vorjahren nichts gelernt, so der Betriebsrat weiter. Bereits im Vorjahr sind wegen Personalmangels Flüge ausgefallen - mehr dazu in Pilotenmangel: AUA streicht 300 Flüge und in Flugausfälle: AUA will Pilotenmangel bekämpfen.

Wegfall von 150 Copiloten „unrealistisch“

Die AUA sieht im Gegensatz zu Betriebsrat und Gewerkschaft keinen drohenden Pilotenmangel. Es gebe genug neue, selbst ausgebildete Piloten, und man stelle in dem Bereich auch zusätzliche Kräfte an, so AUA-Sprecher Peter Thier am Mittwoch. Insgesamt seien bei der AUA derzeit 1.140 Piloten angestellt. Einige der Piloten würden wohl schon weggehen, so Thier, aber die könnten durch selbst ausgebildete und neu aufgenommene kompensiert werden. Den Wegfall von 150 Copiloten bezeichnete er als „unrealistisch und unwahrscheinlich.“

Fluglinie: Keine Ausfälle

Man habe bei dem Thema Nachwuchsflugzeugführer , die man sich vor drei Jahren von der Lufthansa-Flugschule Bremen für einen temporären Einsatz geholt habe, „nicht geschlafen“, sondern einen Gutteil davon aufgenommen und zusätzlich 100 eigene (Co-)Piloten ausgebildet. „Auch 2018 werden wir 100 eigene ausbilden“, so der AUA-Sprecher. Und zusätzlich suche man auch aktuell wieder „ready entrys“, also bereits ausgebildete Piloten.

Das Unternehmen steuere der Gefahr eines Mangels an Piloten also schon seit zwei Jahren gegen, um die Rückkehr eines Teils strukturiert und organisiert handhaben zu können - für jene, die nicht ohnedies hierbleiben wollen. 2018 werde die Austrian daher ihr Flugprogramm einhalten können, so der Sprecher.

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