Schieder würde Stadtregierung erneuern

Frischen Wind verspricht Andreas Schieder (SPÖ), derzeit geschäftsführender Klubobmann im Parlament, für den Fall, dass er Wiener Bürgermeister wird. Dann würde er auch die Stadtregierung neu aufstellen, kündigte er an.

„Es wird sich sicherlich etwas ändern“, sagte er im APA-Interview. Schieder kündigte ein „breites Team“ an, wobei er noch keine Details nannte. Dass Wohnbaustadtrat Michael Ludwig sich ebenfalls um den Chefposten bei den Wiener Roten bewirbt, bedeutet laut Schieder nicht per se, dass dieser aus der Stadtregierung ausscheiden müsste. „Meine Hand ist ausgestreckt“, beteuerte er.

Andreas Schieder im APA-Interview
APA/Hans Klaus Techt
Schieder will im Jänner Wiener Bürgermeister werden

Schieder zeigte sich zuversichtlich, die Abstimmung am Parteitag für sich zu entscheiden. Diesen Eindruck gewinne er aus den Gesprächen, die er bereits geführt habe: „Ich spüre starken Rückhalt, die Stimmung ist sehr gut. Ich bin sogar zuversichtlicher, als ich es zum Zeitpunkt meiner Kandidatur war.“ Schieder hat vor rund zwei Wochen kundgetan, dass er ebenfalls in den Ring steigt - mehr dazu in Schieder: „Sehr viel Zuspruch“. Er bemerke „großes Interesse“ an seinen Vorstellungen, so Schieder.

Schieder: „Die Wiener SPÖ einen“

Die Hauptstadt-SPÖ machte zuletzt den Eindruck einer gespaltenen Partei, wobei Schieder hier relativierte: „Das sind alles Schubladen, die da gebastelt werden, um Leute hineinzustecken, die sich in diesen Schubladen nicht wohlfühlen.“ Es gehe nun darum, gemeinsam nach vorne zu schauen: „Ich möchte die Wiener SPÖ einen. Weil ich glaube, nur in der Einigkeit liegt auch unsere Wahlchance 2020.“ Bei dieser Wahl gehe es darum, ein weltoffenes Wien gegen den nationalkonservativen Wind zu verteidigen.

Andreas Schieder im APA-Interview
APA/Hans Klaus Techt

Er stehe für einen modernen Kurs der Wiener SPÖ, der Stadt Wien und den sozialen Aufbruch ins 21. Jahrhundert, sagte Schieder. Er wolle Wien zu einer Welthauptstadt der Bildung, der sozialen Sicherheit und auch der Ökologie machen. Das sei sein Angebot. Es stehe jedenfalls ein Generationenwechsel an. Bürgermeister Michael Häupl habe „Großartiges“ geleistet, nun müsse „ein bissl frischer Wind“ nach Wien gebracht werden.

Lobautunnel „dringend notwendig“

Mit dem Koalitionspartner, den Grünen, möchte er nach der erhofften Kür zum Parteichef reden. Hier gebe es durchaus Themen, wo er den Eindruck habe, dass man das „grüne Bremsen“ lockern sollte. „Das ist vor allem in der Verkehrspolitik. Weil ich schon denke, Wien braucht einen geschlossenen Umfahrungsring.“ Der gehöre nun errichtet, sagte Schieder. Die Bevölkerung der Donaustadt und von Floridsdorf werde so massiv entlastet.

Andreas Schieder im APA-Interview
APA/Hans Klaus Techt
Schieder besitzt eine Jahreskarte der Wiener Linien

Wichtige rot-grüne Projekte wie die 365-Euro-Jahreskarte und den Gratiskindergarten möchte er nicht antasten, versicherte er. Offen sei hingegen, ob Adaptierungen bei der Mindestsicherung nötig seien. „Wir müssen abwarten, was der Bund wirklich vorhat. Weil das ist ja wirklich grauslig, dass das letzte soziale Netz österreichweit zerschnitten wird.“ Wien werde sich zur Wehr setzen, wenn die Armen aus den einzelnen Bundesländern durch die Maßnahmen von Schwarz-Blau nach Wien getrieben würden. Eine Residenzpflicht sei hier eine Möglichkeit.

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