Niki Lauda: Keine Rückkehr als TV-Experte

Niki Lauda will laut eigenen Worten nie wieder als TV-Experte arbeiten. „Eine Rückkehr kann ich mir nicht vorstellen“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Lauda verkündete nach dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi seinen Abschied als RTL-Experte.

Er sei sich „ganz sicher“, so Lauda im Interview. „Diesen Schritt habe ich mir gut überlegt und die endgültige Entscheidung, dies am Sonntag zu verkünden, fiel in der Nacht zuvor, also relativ spontan“, sagte Lauda. Seinen Entschluss begründete der 68-jährige Wiener auch mit der Doppelbelastung durch seine Rolle als Team-Aufsichtsratschef des Mercedes-Rennstalls.

Niki Lauda
APA/Erwin Scheriau
Niki Lauda: Statt TV-Experte bald wieder Niki-Chef?

Nachfolger ist Lauda „eigentlich egal“

Die Aufgabe bei Mercedes will der dreifache Weltmeister zumindest bis Ende 2020 weiter erfüllen, daher werde er auch künftig bei den Formel-1-Rennen an der Strecke sein. Wer sein Nachfolger vor dem RTL-Mikrofon wird, sollte der deutsche Privatsender erneut die Übertragungsrechte für die Rennserie erhalten, sei ihm „eigentlich egal“, sagte Lauda.

Der 68-Jährige hatte nach dem Formel-1-Saisonfinale vergangene Woche nach 21 Jahren seine Zeit als RTL-Fachmann überraschend für beendet erklärt. Die Entscheidung, ob der Privatsender die Rennen weiter übertragen kann, steht noch aus. Der Vertrag von RTL, das seit Mitte 1991 jeden Grand Prix live im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt hat, läuft nun aus.

Weiter Interesse an Fluglinie Niki

Weiterhin interessiert ist Lauda hingegen an einer Übernahme der von ihm gegründeten Fluglinie Niki. An sich will ja Lufthansa die Fluglinie übernehmen, nach der Insolvenz der Niki-Mutter Air Berlin. Die EU-Kommission verlängerte jedoch die Prüfung des Air-Berlin-Deals bis kurz vor Weihnachten. Es soll geklärt werden, ob die Übernahme gegen das Wettbewerbsrecht verstößt.

„Mein Angebot zusammen mit Thomas Cook gilt nach wie vor“, sagte Lauda dem „Handelsblatt“. Für Niki drängt die Zeit, da Lufthansa - über „Insider“ und nicht offiziell - wissen hat lassen, dass sie ihre aktuelle Zwischenfinanzierung von der bisher nicht insolventen Niki bei einer wohl einstellen werde, falls die EU-Kommission eine vertiefte Prüfung des Air-Berlin-Deals plane. So eine Untersuchung könnte bis zu 90 Werktage dauern - dann wäre Niki wohl ebenfalls pleite.

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