Stadt Wien überlegt Gebühr für Radverleiher

Die Stadt Wien will nun Maßnahmen gegen das Chaos mit Billigleihrädern ergreifen. Experten arbeiteten bereits konkrete Ideen für mögliche Regeln aus. Angedacht ist etwa eine Gebühr für die Verleiher, um Kosten für die Stadt abzudecken.

Leihräder im Wienfluss
archinoa.at
Auch aus dem Wienfluss mussten Leihräder bereits gefischt werden

26 der gelben Leihfahrräder musste die für den Donaukanal zuständige viadonau erst am Freitag wieder aus dem Wasser fischen. Immer wieder blockieren kaputte Räder auch Gehsteige und Fahrradständer. Anders als die Citybikes gibt es bei den chinesischen Anbietern ofo und oBike, die seit Sommer Räder in Wien anbieten, keine fixen Verleihstationen.

Eine der vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen der Juristen und Verkehrsexperten der Stadt ist nun eine Gebühr für die Verleiher, wie sie etwa die US-Stadt Seattle eingeführt habe, erklärte der Wiener Radbeauftragte Martin Blum: „Hier gibt es ein Modell, dass pro Fahrrad, das auf die Straße gestellt wird, eine relativ kleine, aber doch, eine Abgabe zu entrichten ist, um Kosten, die der Stadt entstehen, abzudecken.“

Abschleppfrist für Anbieter

Auch ein vorgeschriebener Servicestandard ist eine Option, so Blum. Kaputte oder falsch abgestellte Fahrräder müssten dann beispielsweise innerhalb von zwei Stunden von den Anbietern entfernt werden. „Ansonsten wird das von der Stadt abgeschleppt, und dann entstehen entsprechend Kosten für die Anbieter“, skizzierte der Radbeauftragte der Stadt Wien im Interview mit „Wien heute“.

Kaputtes Leihrad auf Gehsteig
ORF/Alfa Faber
Ein kaputtes Leihrad auf dem Gehsteig in der Praterstraße

Rund 1.500 Leihräder gibt es inzwischen in Wien, angeboten werden sie von den chinesischen Firmen ofo und oBike. Jetzt im Winter sollen es etwas weniger sein. Wie oft sie tatsächlich ausgeborgt und benutzt werden, wissen nur die Betreiber selbst. Auch das könnte künftig geändert werden. Über eine Datenschnittstelle mit den Anbietern könnte die Stadt dann wissen, wie die Räder im Vergleich zu privaten Rädern genutzt werden.

Maßnahmen ab Frühjahr 2018

Die Vorschläge werden jetzt im Rathaus von den politisch Verantwortlichen geprüft. Danach soll es ein Abkommen mit den Anbietern geben. Laut Blum sind diese gesprächsbereit. Läuft alles nach Plan, sollen die Maßnahmen im Frühling 2018 in Kraft treten.

Auch die Anbieter selbst versuchen bereits, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der Verleiher oBike kündigte etwa Infosticker, ein Bonus-Malus-System und eine Hotline an - mehr dazu in -Sticker und Hotline für verirrte Leihräder.

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