Schüler gegen Amazon: Zwangspause

Vier Wiener Schüler haben Versandriesen wie Amazon den Kampf angesagt: In ihrer Freizeit lieferten sie Bücher von lokalen Buchhandlungen aus. Momentan müssen sie aber eine Zwangspause einlegen - weil sie noch nicht 18 sind.

Vier Schüler der Wiener Sir Karl Popper Schule stecken hinter dem Projekt „Lobu“. Die Abkürzung steht für „Lokaler Buchhandel“ oder auch „Local Buying“. Per SMS oder online nahmen sie seit Jänner Buchbestellungen in ausgewählten Wiener Bezirken auf, holten die Bücher in lokalen Buchhandlungen ab und stellten sie zu Fuß oder per Rad zu. In einer Testphase lieferten sie kostenlos.

Lobu-Betreiber
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Derzeit arbeiten die Schüler an einer Software

„Haben keinen Durchhänger“

Diese Testphase ist nun aber schon seit dem Sommer vorbei - und jetzt würden die vier mit „Lobu“ gerne auch damit verdienen. „Wir können jetzt gerade nicht aktiv ausliefern, weil wir noch nicht 18 sind und in Österreich deswegen noch nicht gründen dürfen“, erklärte „Lobu“-Mitgründer Konstantin Klingler das Problem im Interview mit „Wien heute“.

Daher nützen die Schüler nun die Zeit, um „Lobu“ weiterzuentwickeln. „Wir haben keinen Durchhänger, sondern wir entwickeln gerade die Software dahinter“, so Klinger. Die Bestellung soll damit künftig automatisiert werden. Bisher hätten sie alle Bestell-SMS selbst beantwortet - künftig soll das ein Computer machen.

Konstantin Klingler
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Konstantin Klinger ist einer der vier „Lobu“-Gründer

Neustart im nächsten Frühjahr

Im Frühjahr 2018 wollen die jungen Wiener mit ihrer Buchzustellung wieder starten - dann sind sie alt genug. Das langfristige Ziel ist laut den Nachwuchsunternehmern eine österreichweite Versorgung mit Büchern aus lokalen Buchhandlungen - mit einer Provision für die Auslieferer und einer geringen Liefergebühr.

„Wir wollen einfach generell den großen internationalen Konzernen den Kampf ansagen“, beschrieb Mitgründer Konstantin Klinger, „und einfach glauben, dass wenn man die lokalen Strukturen vereint, dass man dann auch eine Chance hat.“ Zunächst wollen die Jugendlichen noch selbst ausliefern, im 18. und im dritten Bezirk mit dem Fahrrad, schreiben sie auf ihrer Website, im Rest Österreichs zunächst noch mit der Post. Mittelfristig sind sie aber auf der Suche nach Partnern für die Logistik.

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