Platz der Menschenrechte wird umgestaltet

Der Platz der Menschenrechte in Neubau soll seinem Namen optisch gerecht werden. Ein Wettbewerb hat dafür nach einer künstlerischen Gestaltung gesucht, das Siegerprojekt stellt ein „Bankett der Menschenrechte“ auf.

Der Entwurf der belgischen Architektin Francoise Schein zeigt einen rund zehn Meter langen Tisch, dessen Platte mit weißen Fliesen verkleidet wird. Darauf sollen Teller gemalt werden, die die Artikel der Menschenrechte auf Deutsch und Englisch zitieren. Zwischen den Tellern soll eine Zeichnung der Donau entstehen, daneben Zitate von bekannten Philosophen wie Hannah Arendt oder Jean-Jacques Rousseau. Auf den Boden wird außerdem ein großes Fragezeichen gemalt. Die Umgestaltung des Platzes ist im Sommer 2018 geplant.

Schein hat sich bereits in der Vergangenheit dem Thema Menschenrechte gewidmet: Für ein Kunstprojekt hat sie im Rhododendron-Park in Bremen etwa den vollständigen Text der Menschenrechte auf Bronzetafeln installiert.

Entwurf Platz der Menschenrechte
Francoise Schein
Der rund zehn Meter lange Tisch soll künftig vor dem MuseumsQuartier stehen

Wettbewerb im vergangenen Jahr

Der Wunsch nach einer künstlerischen Gestaltung des Platzes der Menschenrechte wurde bereits bei seiner Einweihung im Dezember 2014 thematisiert. Im vergangenen Jahr hat die Bezirksvorstehung Neubau in Kooperation mit der Kunst im öffentlichen Raum GmbH schließlich einen Wettbewerb dafür ausgerufen.

Insgesamt fünf Bewerber haben ihre Projekte einer Jury, bestehend unter anderem aus dem damaligen Bezirksvorsteher von Neubau Thomas Blimlinger (Grüne) sowie einigen Künstlern und Kuratoren, präsentiert. Scheins Entwurf wurde vor allem aufgrund seiner Möglichkeiten zur Kommunikation bei dem Tisch ausgewählt, heißt es seitens der Jury.

Diskussionen über rotes Fragezeichen

„Über das rote Fragezeichen haben wir aber viel diskutiert“, sagt Shams Asadi, Jurymitglied und Menschenrechtsbeauftragte der Stadt. Ob das Fragezeichen tatsächlich Teil der Installation wird, war zu Beginn unklar. Letztlich hat sich die Jury jedoch für das Fragezeichen entschieden, unter anderem, weil es ein wiederkehrendes Motiv in Scheins Werken sei.

„Für mich steht es auch dafür, dass Menschen in Österreich und Europa oft ihre Menschenrechte nicht kennen, weil sie denken, dass sich in einer Demokratie der Staat um die Einhaltung dieser kümmert“, sagt Asadi. Asadi sei an dem Projekt besonders wichtig, dass die Menschenrechte deutlich gezeigt werden und der Platz so ein Ort wird, an dem „die Menschenrechte auch gelernt werden“ können.

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