2017 blieben zwei Morde ungeklärt

Heuer wurden in Wien 20 Tötungsdelikte begangen. 18 davon sind laut Polizei geklärt, in einigen Fällen ist der bekannte Täter allerdings im Ausland untergetaucht. Bei zwei Morden in Favoriten tappen die Ermittler noch völlig im Dunkeln.

Es handelt sich um den Mord an einer Pensionistin im vergangenen August - mehr dazu in Frau in Favoriten offenbar getötet - und um jenen Fall, bei dem Anfang Dezember ein Kosovare in der Favoritner Fußgängerzone erstochen wurde - mehr dazu in Mann stirbt nach Messerattacke.

Ungeklärte Mordfälle: Frau erwürgt

Von 17 Morden heuer in Wien sind noch zwei ungeklärt. Völlig im Dunkeln tappen die Ermittler noch im Fall einer 89-jährigen Frau in Favoriten.

Täter folgte wohl Pensionistin

Die 89-jährige Pensionistin lebte alleine im Erdgeschoss eines Favoritner Wohnhauses. Am 11. August schlug ihre Pflegerin Alarm, als sie vor der verschlossenen Tür steht, sagte Michael Mimra, der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamts: „Es wurde dann die Wohnungstür geöffnet und die Dame wurde vor ihrem Bett tot liegend aufgefunden. Wir haben eine gerichtsmedizinische Obduktion beantragt, dabei wurde festgestellt, dass die Dame massive Gewalteinwirkungen im Oberkörper und im Halsbereich gehabt hat.“

TV-Hinweis:

In „Wien heute“ zeigen wir bis Samstag drei ungelöste Kriminalfälle. Jeweils um 19.00 Uhr in ORF2

Nach Befragungen im Umfeld des Opfers sei der Polizei klar geworden, dass die Tat bereits zwei Tage davor erfolgt sein muss. In der Wohnung habe sich eine große Menge Geld befunden. „Dieser Geldbetrag war nicht mehr vorhanden. Wir haben keine Spuren von Einbruch festgestellt, wir haben auch sonst fast keine Spuren in der Tatortwohnung festgestellt“, sagte Mimra.

Die Pensionistin wurde vermutlich vom Täter oder der Täterin bis zum Haus verfolgt und dann gewaltsam beim Öffnen der Tür in die Wohnung gedrängt. Möglicherweise wurde sie zuvor beim Geldabheben in der Bank beobachtet, meinte Mimra: „Wobei natürlich die Dame diesen Geldbetrag nicht auf einmal abgehoben hat.“ Es erscheint unwahrscheinlich, dass die 89-jährige einen Fremden in ihre Wohnung gelassen hat. Sie sei viel zu misstrauisch gewesen, beteuern die Nachbarn.

Favoritenstraße Tatort
ORF
Der 33-jährige Mann war auf Besuch in Wien

Wenig Hinweise bei Mord an Kosovaren

Auch im Fall des niedergestochenen Kosovaren in der Favoritner Fußgängerzone gibt es derzeit keine heiße Spur. Mit einer Bekannten war der Mann kurz nach 22.00 Uhr in der Favoritenstraße unterwegs. Der 33-Jährige war auf Besuch in Wien. Vor einem Juweliergeschäft kam es plötzlich zur Attacke, so Mimra: „Soweit wir aus den Zeugenaussagen erfahren haben, sind plötzlich zwei - bis dato unbekannte - Männer zu dem Paar gekommen und haben ohne Vorwarnung auf den Mann eingestochen. Und haben, ohne etwas zu sagen, den Tatort verlassen.“

Das Opfer konnte sich noch ein paar Meter weiterschleppen. Der Mann erlag aber dann seinen schweren Verletzungen. Seine 43-jährige Begleiterin erlitt einen schweren Schock. Über die Mörder des Kosovaren kann sie bis heute nur vage Angaben machen. Auch das Motiv der Täter ist noch völlig unklar. Eine Eifersuchtstat ist ebenso vorstellbar wie ein Racheakt, sagte Mimra.

Am Tatort haben die Ermittler Blutspuren des Opfers sichergestellt. Videoaufnahmen in der Umgebung wurden gesichtet - ohne Erfolg. In beiden Fällen hofft die Polizei auf Zeugen oder mögliche Mitwisser, die ihr Schweigen brechen.

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