Hassposts gegen Neujahrsbaby: Juristen prüfen

Das Wiener Neujahrsbaby und dessen Familie ist zur Zielscheibe im Internet geworden. Es gab zahlreiche Hasspostings, weil die Mutter ein Kopftuch trägt. Auch strafrechtlich relevante Postings liegen vor, Juristen prüfen diese nun.

Am 1.Jänner um 0.47 Uhr erblickte das Wiener Neujahrsbaby mit dem Namen Asel in der Rudolfstiftung das Licht der Welt. Mediale Aufmerksamkeit ist dem Neujahrsbaby immer sicher. Doch dieses Mal folgten zahlreiche Hasspostings in sozialen Medien.

Hunderte gehässige, rassistische und hetzerische Kommentare wurden gepostet, die sich auf die Herkunft und den Glauben der Eltern beziehen. Bei der neuen „Beratungsstelle #GegenHassimNetz“ prüfen die Juristen bereits etliche Postings wegen des Verstoßes gegen den Verhetzungsparagraphen.

Neujahrsbaby Asel mit ihrer Mutter: Das Mädchen wurde am 1. Jänner um 0.47 Uhr in der Krankenanstalt Rudolfstiftung geboren.
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Das Mädchen war bei der Geburt 51 cm groß und wog 3.460 Gramm

„Einige Postings mit Sicherheit anzeigbar“

„Wenn man davon ausgeht, dass eine Menschenwürdeverletzung ausreichend ist, um diesen Tatbestand zu erfüllen, dann haben das einige Postings mit Sicherheit erfüllt und sind damit anzeigbar. Ob es dann zu einer gerichtlichen Verurteilung kommt, ist dann Aufgabe der Justiz“, sagt Barbara Unterlechner von „#GegenHassimNetz“ gegenüber „Wien heute“. Bei der Beratungsstelle registiert man eine Zunahme von Rassismus gegen Muslime. Bei strafrechtlich relevanten Vorfällen wird Anzeige erstattet.

Hasspostings nach Veröffentlichung eines Fotos des Wiener Neujahrsbabys
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Hasspostings folgten auf die Veröffentlichung eines Fotos des Neujahrsbabys

Viele User posten mit Klarnamen

Auch bei „Netpeace“, einer Initiative von Greenpeace gegen Hass im Netz, ist man aktiv geworden. Hasspostings zum Wiener Neujahrsbaby werden gesammelt und gespeichert. Was den Mitarbeitern auffällt ist, dass viele User mit ihrem echten Namen posten.

„Wir finden, dass dieser aktuelle Fall daraufhin weist, dass es höchst an der Zeit ist, Maßnahmen zu ergreifen. Wir fordern die Bundesregierung auf, umfangreiche Maßnahmen zu ergreifen. Die reichen von Medienbildung in Schulen bis zur Aufstockung der Staatsanwaltschaften“, sagt Sabine Beck, die Sprecherin von „Netpeace“.

Neujahrsbaby als Zielscheibe

„Wien heute“-Redakteurin Nicola Corazza hat sich angesehen, welche Konsequenzen Hasspostings haben können.

Caritas: „Prüfen mittlerweile rechtliche Schritte“

Auch die Caritas verurteilt diese Entwicklung im Netz. „Auch wir als Caritas prüfen mittlerweile rechtliche Schritte und leiten die auch ein, wenn solche Hasskommentare, wenn solche Gewaltworte verwendet werden, um zu zeigen, so geht es nicht“, sagt Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner.

Zu den Hasspostings gibt es aber auch eine andere Seite. Kommentare, die zur Mäßigung aufrufen und dem Wiener Neujahrsbaby und seiner Familie alles Gute wünschen.

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