Ludwig: SPÖ-Umbau erst nach Häupl-Abgang

Michael Ludwig will nun als neuer SPÖ-Wien-Chef viele Gespräche führen, etwa ein Vieraugengespräch mit Vorgänger Michael Häupl. Mit großen Personalentscheidungen muss Ludwig noch warten, bis er Bürgermeister ist.

Dabei soll es nicht nur um den Zeitpunkt der Amtsübergabe gehen - Häupl hatte zuletzt einen Termin rund um das Treffen der derzeit von Wien geführten Landeshauptleutekonferenz im Mai in Aussicht gestellt -, sondern auch um die Abstimmung anderer Schritte bis dahin bzw. um das Übergangsprozedere - mehr dazu in Michael Ludwig neuer SPÖ-Chef.

Michael Ludwig und Bürgermeister Michael Häupl
APA / Georg Hochmuth
Ludwig will ein rasches Vier-Augen-Gespräch mit Häupl

Personelle Erneuerung angekündigt

Ebenfalls recht rasch, „schon morgen oder übermorgen“, will Ludwig der Löwelstraße einen Besuch abstatten. Zur Erklärung: In der dort residierenden Landespartei, die derzeit von Sybille Straubinger gemanagt wird, könnte der neue Parteichef bereits erste (Personal-)Entscheidungen treffen - eine Kompetenz, die er auf Stadtregierungsebene noch nicht hat. Denn Ressorts umbilden oder Stadträte austauschen kann Ludwig erst, wenn er zum Bürgermeister gewählt worden ist.

Vermutet wurde zuletzt, dass es vor allem für Finanzstadträtin Renate Brauner und Sozialstadträtin Sandra Frauenberger, die Ludwigs Kontrahenten Andreas Schieder offen unterstützt hatten, eng werden konnte. So erklärte dann auch einer der prominenteren Ludwig-Unterstützer, der Simmeringer SPÖ-Chef Harald Troch, in der Sendung „Hohes Haus“, dass er sich in den Bereichen Finanzen und Gesundheit auch eine personelle Erneuerung erwarte.

Auffallend war, dass der Nationalratsabgeordnete sich vom neuen Parteichef auch Änderungen in den Bereichen Integration und Kindergärten wünscht, die derzeit von Jürgen Czernohorszky und damit einem jungen Hoffnungsträger vor allem der Parteilinken verantwortet werden.

Rot-Grün II
APA / Georg Hochmuth
Für manche Stadträte könnte es eng werden

Treffen auch mit Vassilakou

Im Ludwig-Büro betonte man jedenfalls, dass der Neo-Chef mit allen Betroffenen und Ebenen reden wolle, bevor Entscheidungen getroffen werden. Möglichst bald soll es nicht zuletzt deshalb auch Treffen mit den Bezirksorganisationen geben.

Und mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) will sich der Neo-Chef ebenfalls bald zusammensetzen - wiewohl Ludwig zunächst mehrfach betont hatte, an der rot-grünen Koalition in Wien bis zur Wahl 2020 nicht rütteln zu wollen.

Rote Parteigremien stehen in den kommenden Tagen jedenfalls nicht am Programm - weder routinemäßig noch aus gegebenem Anlass. Für die von Ludwig am Samstag angekündigte Strategieklausur gibt es ebenfalls noch keinen Termin. Unklar ist auch, ob sie noch vor oder erst nach der Bürgermeister-Übernahme ins Leben gerufen wird. Vor dem Sommer sollen aber schon erste Schritte gesetzt werden, meinte der Sprecher. Grundsätzlich soll es in diesem Forum darum gehen, gemeinsam die Grundlagen für die inhaltliche Ausrichtung für die Wien-Wahl 2020 zu erarbeiten.

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