Anrainerbedenken bei U2-Baustelle

Die U2-Verlängerung Richtung Wienerberg wirft ihren Schatten voraus. Ab Mitte des Jahres wird im Bereich der U3-Station Neubaugasse in Neubau gebaut. Viele Geschäftstreibende dort fürchten um ihr Fortbestehen.

Für die U-Bahnbaustelle werden ganze Straßenzüge gesperrt. Die U3-Station Neubaugasse wird zum Verkehrsknoten mit der verlängerten U2 und in gut einem Jahr fahren die Bagger auf. Kirchen- und Lindengasse werden dafür teilweise gesperrt - mehr dazu in Linienkreuz U2/U5 in den Startlöchern. Tausende LKW-Fuhren Erde werden von hier aus abtransportiert, die Wiener Linien rechnen mit 140.000 bis 150.000 Kubikmeter Bodenmaterial. „Die Arbeiten werden bis zu fünf Jahre dauern“, sagt Projektleiter Gerhard Ullmann.

Kirchengasse Wien
ORF/Matthias Lang
Die Kirchengasse wird ab Sommer 2019 zur Baustelle

Enge Straßen als Herausforderung

Viele Anrainer und Wirtschaftstreibende fürchten massive Behinderungen. Die Wiener Linien versuchten am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung zu beruhigen. „Die beste Unterstützung als Einzelperson ist, dass man auch weiterhin in die Geschäfte einkaufen geht. Da werden wir einige Aktionen setzen“, sagt Wiener-Linien-Sprecherin Johanna Griesmayr gegenüber „Wien heute“.

Auch auf der Mariahilfer Straße und am Augustinplatz werden Schächte gegraben. „Man muss sich vorstellen, die Straßen sind hier sehr eng. Das heißt, es wird eine Herausforderung sein, den Baustellenverkehr gut abzuwickeln“, sagt Baustellenkoordinator Peter Lenz.

U2 Infoabend
ORF
Die Wiener Linien informierten die Anrainer im Bezirksamt Neubau

Bezirk will „Bestmögliches“ für Handel tun

Die ersten Herausforderungen gibt es bereits bis Sommer, derzeit werden im Grätzel Strom- und Gasleitungen neu verlegt. Bei der Informationsveranstaltung wurde geschätzt, dass die einzelnen Arbeitsschritte jeweils „einige Wochen“ in Anspruch nehmen werden. Bis zur Schanigarten-Saison sollen die Vorarbeiten aber abgeschlossen sein, versprechen die Wiener Linien. Dass es durch den Umbau für manche Geschäftstreibende eng werde könnte, kann man, laut Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne), nicht verhindern, „aber wir werden das bestmögliche tun.“

Viele Bewohner befürchten Lärm, Erschütterungen und Abgase. Die Geschäftsleute fordern einen finanziellen Ausgleich für Umsatzrückgänge und hoffen auf die Treue ihrer Kunden. Die Bauarbeiten dauern in diesem Abschnitt acht Jahre. Offen ist auch noch, wie der 13A während der Umbauphase geführt wird. Der Bezirk wünscht sich einen Verlauf über die Stift- und Siebensterngasse. Die Wiener Linien wollen die Neubaugasse für den Gegenverkehr öffnen und den 13A in beide Richtungen führen. Dagegen gab es aber schon nach dem Umbau der Mariahilfer Straße Proteste.

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