Wiener Grüne weiter gegen Novomatic

Die Haltung der Wiener Grünen zu Glücksspiel und Novomatic bleibt auch nach dem Wechsel von Ex-Bundessprecherin Glawischnig zu dem Konzern unverändert. Das betonten Klubobmann Ellensohn und Landessprecher Kovacs.

"Die Grünen Wien haben in Wien erfolgreich das kleine Glücksspiel bekämpft, das werden wir auch weiterhin tun“, sagte Klubobmann David Ellensohn. Der Konzern Novomatic ist mittlerweile rechtskräftig vom OGH verurteilt worden, weil er jahrelang Glücksspielautomaten in Wien aufgestellt hat, die nicht dem Gesetz entsprochen haben - mehr dazu in Gericht: Novomatic-Automaten illegal.

Eva Glawischnig und Harald Neumann
APA/Herbert Pfarrhofer
Eva Glawischnig mit Konzernchef Harald Neumann

„Ein Konzern, der mit Spielsucht Gewinne macht“

„Im Sinne des bestmöglichen Jugend- und Spielerschutzes wollen wir dem Vorbild Norwegens folgen und das Glücksspiel wieder unter vollständige Kontrolle der Republik Österreich bringen", so Ellensohn weiter. Es gehe den Wiener Grünen nicht um einzelne Mitarbeiter, sondern vielmehr um die Machenschaften des gesamten Novomatic-Konzerns. Ellensohn: „Spielsucht zerstört tausende Familien und zieht Kriminalität nach sich.“

Egal, wer dort arbeite, die Grünen würden weiterhin gegen die Machenschaften von Novomatic auftreten, betonte Landessprecher Joachim Kovacs. Der Konzern sei strikt abzulehnen, weil er mit Menschen Profit macht, die spielsüchtig sind, Was Glawischnig nach ihrer politischen Karriere mache, sei ihre Entscheidung.

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 2.3.2018, 19.00 Uhr, ORF2

Die Grünen sind laut Kovacs mit Sicherheit jene Partei, die am glaubwürdigsten gegen die Machenschaften der Glücksspielkonzerne gekämpft hat. „Das werden wir mit aller Härte fortführen“, so Kovacs. „Warum nimmst Du einen Job dort an, wo mit Süchtigen Profit gemacht wird?“, wäre seine erste Frage, die er Glawischnig stellen würde, würde er sie treffen.

Vassilakou kritisiert „Profit aus der Sucht“

Kritisch äußerte sich auch Wiens Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Auf Facebook schrieb sie: „Glücksspielkonzerne schlagen Profit aus der Sucht vieler tausender Menschen - mehr noch, sie nehmen in Kauf, dass Existenzen zerstört werden.“

Zuständig für Nachhaltigkeit

Sie fasziniere an Novomatic vor allem die Internationalität, sagte Glawischnig bei einer Art Antrittskonferenz mit Konzernchef Harald Neumann von Novomatic. Sie übernahm mit 1. März die Verantwortung für die Bereiche Corporate Responsibilty und Sustainability.

„Meinen kritischen Geist kann und werde ich nicht aufgeben“, sagte Glawischnig, die eine „Verantwortungsmanagerin“ sein will - mehr dazu in Ex-Grünen-Chefin Glawischnig geht zu Novomatic (noe.ORF.at). Am Freitagnachmittag trat Glawischnig bei den Grünen aus - mehr dazu in Glawischnig tritt bei Grünen aus.

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