„Augustin“ kämpft gegen sinkende Auflage

Nach einem erfolgreichen 20-Jahr-Jubiläum 2015 geht es der Straßenzeitung „Augustin“ wieder schlechter: Die Auflage sinkt. Gegensteuern will man nun mit einem Online-Stadtplan und einer Kampagne mit Prominenten.

Die Auflage der Zeitung von Armutsbetroffenen lag einst bei 60.000 Stück, aktuell veröffentlicht der „Augustin“ nur mehr zwischen 22.000 und 27.000 Hefte pro Ausgabe. Die Redaktion startet nun eine Werbekampagne mit zahlreichen Prominenten.

An Bord sind beispielsweise Lotte Tobisch, Schauspielerin Adele Neuhauser, Kabarettist Alfred Dorfer, Rapid-Spieler Steffen Hofmann, Balletttänzerin Rebecca Horner, Schauspielerin und Kabarettistin Angelika Niedetzky und Künstlerin Stefanie Sargnagel. „Dafür zahl ich gern 2,50“, lautet der Slogan, in Verbindung mit Wörtern, die mit der Zeitung assoziiert werden - von „verquerkopft“ bis zu „gewissensbissig“.

Online-Standortplan ab 26. März

Am 26. März will die „Augustin“-Redaktion zudem einen Plan mit den Standplätzen ihrer Verkäuferinnen und Verkäufer online veröffentlichen. Entstanden sei die Idee, weil sich das die Verkaufenden einerseits gewünscht hätten, und es auch immer wieder Anfragen von Wienerinnen und Wiener zu den Standorten gegeben hätte. Auf dem Online-Stadtplan sollen 100 der insgesamt 450 „Augustin“-Verkäufer eingetragen sein.

Augustin Verkäufer
Mario Lang
450 Personen verkaufen derzeit den „Augustin“ in Wien

Verkäufer erhalten Hälfte des Preises

Die Straßenzeitung „Augustin“ wurde im Jahr 1995 von angehenden Sozialarbeitern gegründet. Der Name der Zeitung bezieht sich auf den historischen Wiener Volkssänger Marx Augustin („Der liebe Augustin“).

Der „Augustin“ erscheint alle zwei Wochen, verkauft wird er laut Redaktion von „Menschen, die aus verschiedenen Gründen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind“ - also beispielsweise Obdachlosen und Asylwerbern. Sie bekommen 1,25 Euro für jede verkaufte Zeitung. Mit der anderen Hälfte des Kaufbetrags von 2,50 Euro wird die Arbeit des „Augustin“-Vereins finanziert, der sonst keinerlei Förderungen erhält.

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