Bruchpiloten wählten kurzen Weg

Zwei Meter Flugweite - oder weniger: Der Großteil der beim Red-Bull-Flugtag im Einsatz befindlichen Geräte war nicht lange in der Luft. Laut Veranstalter waren rund 100.000 Zuschauer dabei, Sieger war ein Team aus Niederösterreich.

„Back to the Future“ aus Wilfersdorf hat den Red-Bull-Flugtag für sich entschieden. Das Team ließ einen Nachbau des berühmten Autos aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ - das auf dem DeLorean DMC-12 basierte - in die Brigittenauer Bucht segeln.

Die Jury schätzte den originellen Auftritt und vergab hohe Punkte, was letztendlich zum Sieg reichte. Die Tageshöchstweite erzielten jedoch andere. Das Team „Niederthalheimer Himmelsstürmer“ aus Oberösterreich flog 35,9 Meter. Dem gültigen Flugtag-Rekord, der in Deutschland aufgestellt wurde, kamen sie damit aber nicht nahe: Er liegt bei 69,79 Meter.

Fotoshow: Bilder vom Flugtag

Einige Piloten erlitten Platzwunden

Wobei fliegen sehr relativ war: Meist ging es nur in eine Richtung, nämlich nach unten - gelegentlich sogar mit einer Saltoeinlage. Zweistellige Weiten waren die Ausnahme. Der Sprung von der sechs Meter hohen Plattform war dabei nicht völlig ungefährlich: Einige Piloten erlitten bei der Landung Platzwunden.

Hilfe war jedoch stets zur Stelle, die abgestürzten Kapitäne wurden bei Bedarf von der Feuerwehr aus dem Wasser gefischt. Der Rekord, der im Moment bei 69,79 Metern liegt und in Mainz aufgestellt wurde, konnte in Wien nicht eingestellt werden.

Flugtag nach Jahren wieder in Wien zurück

Nach einer vierjährigen Pause lag das Startfeld wieder auf der Donauinsel, wo sich schon 1992 die ersten Red-Bull-Flieger über die Rampe wagten. Seit dem Start 1992 wurde das Event in 35 Ländern mehr als 100-mal ausgetragen. Heuer haben sich 40 Hobbypiloten aus ganz Österreich für den Flugtag qualifiziert. Dabei hoben die Teams von der sechs Meter hohen Startrampe in der Brigittenauer Bucht ab.

Red Bull Flugtag in der Brigittenauer Bucht
APA/Andreas Pessenlehner

Strenge Startvorschriften

Die Starterlaubnis wurde nur Konstruktionen erteilt, die nicht mehr als zehn Meter Spannweite haben. Motoren und Antriebe anderer Art sind tabu, beim Bau dürfen nur umweltfreundliche Materialien verwendet werden und das Maximalgewicht des Fluggeräts ohne Pilot ist auf 120 Kilo begrenzt. Die Verwendung von tragenden Metallteilen ist aus diesem Grund sowie aus Sicherheitsgründen untersagt.

Das Fluggerät musste so gebaut werden, dass nach der Landung keine Teile untergehen können. Schon am Vortag wurde geprüft, ob das Fluggerät den Teilnahmebedingungen entspricht.

Flugobjekte aus ganz Österreich

Eine Crew bestand aus einem Piloten und maximal vier Helfern, wobei eine Teilnahme erst ab einem Mindestalter von 16 Jahren möglich ist.

Sendungshinweis

„Wien heute“, 23. September 2012

Das Fluggerät selbst muss bereits fertig zusammengebaut auf die Startbahn kommen. Für die unmittelbare Flugvorbereitung und Vorstellung der Teilnehmer standen jedem Team maximal 30 Sekunden auf der Plattform zur Verfügung. Für den Flug selbst bestand Helm- und Schwimmwestenpflicht. In den vergangenen Jahren wurden als besondere Highlights einem Schwein, einem Dirndl und einer Obelix-Figur Flügel verliehen.

Link:

  • Red Bull Flugtag(www.redbullflugtag.at)
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