Sisi auf den Spuren Achills

Natur, Forschen und Reisen zählten zu den Leidenschaften Sisis. Auf Korfu ließ sie sich einen Palast errichten. Eine Ausstellung im Hofmobiliendepot gewährt bis 27. Jänner Einblick in einen wichtigen Lebensabschnitt der Kaiserin.

Die Faszination für Sisi als eine der prägenden Frauenfiguren der österreichischen Geschichte hält bis heute. Anlässlich ihres 175. Geburtstages öffnet am Dienstag die Sonderausstellung „Sisi auf Korfu. Die Kaiserin und das Achilleion“ im Hofmobiliendepot. Anhand selten gezeigter Exponate soll ein Blick auf die Baugeschichte des Palastes „Achilleion“ und auf das Privatleben der reisebegeisterten Monarchin gewährt werden.

Kaiserin Elisabeth in schwarzem Kleid auf Korfu. Gemälde von Friedrich August Kaulbach
Bundesmobilienverwaltung
„Kaiserin Elisabeth auf Korfu.“ Ausschnitt aus einem Gemälde von F. A. Kaulbach

Persönliches im Zentrum der Schau

Die Ausstellung „Sisi auf Korfu“ umfasst die Themenbereiche Reisen der Kaiserin, Baugeschichte des Achilleions und Privatleben Sisis auf Korfu. Dabei erwarten den Besucher selten gezeigte Möbel und Geschirr aus dem Palast, Stücke aus der Antiken-Sammlung der Kaiserin sowie eine Dokumentation ihres Alltags. Als besonderes Highlight der Schau gilt die Daktyliothek Sisis, die zum ersten Mal ganz präsentiert wird. Daneben werden auch Gedichte der Kaiserin, Kleider und ein Modell der Yacht, mit der sie von Triest nach Korfu segelte, gezeigt.

Die Ausstellung bietet zusätzlich zum üblichen Führungsangebot auch ein umfangreiches Kinderprogramm, bei dem junge Besucher lernen können, wie man Veilchenseife herstellt, Fächer bastelt oder Sirtaki tanzt.

Eine Leidenschaft für die Antike

Korfu war nach Madeira die zweite Insel, die Sisi ab 1860 auf ihren ausgedehnten Auslandsaufenthalten besuchte und auf der sie 1861 im Zuge einer Kur Abstand vom Wiener Hof gewann. In Europa erwachte nicht zuletzt durch Schliemanns Ausgrabungen von Troja und Mykene ein großes Interesse an der Antike, das die Kaiserin teilte. Sie begann Alt- und Neugriechisch zu lernen, die griechische Mythologie und Geschichte zu studieren und antike Kunst zu sammeln.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Wien“, 29. 9.2012

Ende der 1880er Jahre nahm Korfu einen besonderen Platz in ihrem Reiseleben ein: Sie ließ sich dort einen Palast in pompejischen Stil errichten und nannte ihn nach ihrer mythologischen Lieblingsfigur „Achilleion“. Den österreichischen Maler Franz Matsch beauftragte sie mit einem großen Fresko des siegreichen Achill, den Garten schmückte bald eine Marmorskulptur des sterbenden Helden von Ernst Herter.

Aquarell vom Achilleion
Bundesmobilienverwaltung / Hofburg Wien / Kaiserappartements
Aquarell des Achilleion von Angelos Giallina

Immer wieder verbrachte die Kaiserin den Sommer im neu erbauten Palast, um Abstand vom spanischen Hofzeremoniell zu gewinnen. Dabei ließ sie sich einen Teil der Lebensmittel von Hoflieferanten aus Wien kommen. Ihr Gatte Kaiser Franz Josef besuchte Korfu nie, ihre Kinder Gisela und Marie-Valerie waren nur ein Mal dort.

Der Weg vom Palast zum Museum

Nachdem sie mehrere Sommer auf Korfu verbracht hatte, stand der Palast einige Jahre leer, bis er 1907 von Kaiser Wilhelm II. erworben wurde. Das Gebäude wurde im Anschluss als Botschaft verwendet, im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht besetzt und schließlich bis 1993 als Spielcasino genutzt. 1983 gelangte das Achilleion in griechischen Staatsbesitz und ist seit 2003 als Museum zugänglich.

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