Orient von Beirut bis Wien

Orientalischer Tanz, ein türkisch-österreichischer Kochkurs und Vorträge zum Arabischen Frühling: Das Salam.Orient-Festival gibt bis 10. November Einblicke in die Kultur des Nahen Ostens und lässt die gesellschaftliche Dimension dabei nicht aus.

Eine Libanesin aus Dubai und Tadschiken aus Israel: „Salam.Orient“ bietet nicht nur Musik und Tanz aus dem orientalischen Kulturraum, sondern veranschaulicht auch alljährlich, dass Staats- und Kontinentsgrenzen für viele Menschen im 21. Jahrhundert vor allem auf dem Papier bestehen.

So vielfältig wie die Länder und Regionen, denen sich das Festival widmet, sind nämlich auch die Lebensläufe der Künstlerinnen und Künstler, die von 16. Oktober bis 10. November insgesamt 26 Konzert- Tanz- und Theater-Veranstaltungen nach Wien bringen.

Zahra Soumayya Bent Ammar
Salam.Orient
Zahra Soumayya Bent Ammar ist Spezialgast der Tanzshow „Oriental Spectrum“

Sendungshinweis:

RW-Musiknachmittag, 15. Oktober 2012

Österreichischer Orient

Die heimische Orient-Musikszene wird unter anderem durch Anne Bennent, Otto Lechner und ihr Ensemble vertreten, die mit der Geschichte der beiden Liebenden „Leila und Madschnun“ einen Stoff der Weltliteratur auch musikalisch erzählen. Die Wiener Bands Circus Domino und Safran geben ein Benefiz-Doppelkonzert für den Verein Ute Bock, ein Kochworkshop mit türkischen und österreichischen Schmankerln sorgt für die passende Kulinarik.

Klassisch geht es bei der Show „Oriental Spectrum“ zu, in der über 30 Tänzerinnen und Musiker einen Querschnitt durch verschiedene Spielarten des orientalischen Tanzes geben.

Vorträge und Diskurs zum „Arabischen Frühling“

Auch die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der arabischen Welt finden bei Salam.Orient ihren Platz. So setzt sich zur Eröffnung ein Vortrag des Politikwissenschaftlers Sabah al Nassari mit dem Einfluss des Westens auf den „Arabischen Frühling“ auseinander. Ein Kamingespräch im Afro-Asiatischen Institut widmet sich den Muslimen in Österreich und in der Hauptbücherei wird unter dem Motto „Eine neue Verfassung für die Türkei“ diskutiert, ob das Land ein Vorbild für die Demokratiebewegungen im Nahen Osten sein kann.

The Alaev Family: „Buchara Groove“
Salam.Orient
The Alaev Family: „Buchara Groove“

Programm auch für die Jüngsten

Ein umfangreiches Programm gibt es außerdem für Kinder und Jugendliche: Timna Brauer und Eli Meiri entführen etwa mit einem interaktiven Konzert auf „Eine Reise durch die Weltmusik“. Mit ihren „Songs from Jerusalem“ geben die beiden außerdem jüdisch-chassidische Melodien und arabische Kadenzen zum besten.

Veranstaltungshinweis:

Salam.Orient 2012, von 16. Oktober bis 10. November 2012.

Gemeinsam mit der Musikschule Wien werden Workshops zu orientalischem Gesang und Orchestermusik angeboten. Für Kindergartengruppen gibt es auch „Trommelgeschichten aus 1001er Nacht“ und einen orientalischen Tanz- und Trommelworkshop.

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