Kino für laue Sommernächte

Filme, Popcorn und Kuscheln - das ist Kino. Noch besser wird es unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Auf dem Rathausplatz, vor der Karlskirche oder im Gemeindebau. Wien bietet alles. Hier ein Best-Of des diesjährigen Wiener Kinosommers.

In Wien wird wieder zum Open-Air-Filmschauen eingeladen. Sämtliche Klassiker hoffen auf regen Zustrom - mit einer Ausnahme: Das „Kino wie noch nie“ im Augarten legt heuer eine Pause ein. Den cineastischen Reigen eröffnete das Volxkino am 30. Mai.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Wien“, 30.5.2014

Das Wanderkino feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zum Auftakt zeigte man die US-Tragikomödie „Prince Avalanche“ am Karmelitermarkt in der Leopoldstadt. Bis 27. September flimmern über 80 Streifen an 46 Tagen über die Leinwand. 34 Locations in 17 Bezirken werden dabei bespielt - vom Gemeindebau über den Gürtel bis zu Parks. Der Eintritt ist wie gewohnt frei.

Volxkino
Volxkino
Das Wanderkino Volxkino zeigt 80 Filme an 46 Tagen in 34 Locations.

„Kino wie noch nie“ pausiert

Eine fixe Institution unter den cineastischen Freiluftevents ist mittlerweile auch das „Kino am Dach“ über der Hauptbibliothek am Gürtel. Gemäß dem heurigen Motto „Rooftop Cinema Worldwide“ spannt sich der Bogen diesmal von Tarantinos „Django Unchained“ über Scorseses „Taxi Driver“ bis zu „Exit through the Gift Shop“ des Street-Art-Künstlers Banksy. Die Leinwand wird zwischen 18. Juli und 31. August jeweils von Donnerstag bis Samstag aufgespannt. Karten kosten hierfür 7,50 Euro.

Verzichten müssen Draußen-Schauer in diesem Sommer allerdings auf einen Fixstern im Grünen: Das „Kino wie noch nie“ am Augartenspitz pausiert 2014. Der Grund: Man wolle „seine Ressourcen und Energien in den nächsten Wochen und Monaten auf die Fertigstellung des Erweiterungsprojekts ‚Metro Kino‘ konzentrieren“, heißt es vom Veranstalter Filmarchiv Austria. Die Eröffnung des Projekts ist für Herbst geplant. Eine Wiederbelebung des Festivals für 2015 ist jedenfalls vorgesehen.

Das nach Zuschauerzahlen größte Wiener Sommerkino-Event - im Vorjahr kamen 700.000 Gäste - findet indes wie gewohnt statt: Das „Filmfestival am Rathausplatz“ bringt auch heuer wieder Konzertmitschnitte aus Pop, Jazz und Klassik auf die Leinwand. Los geht’s am 28. Juni mit einem Live-Mitschnitt von Falcos legendärem, weil von schwersten Gewittern begleitetem Donauinselfest-Gig 1993. Bis Ende August spannt sich der Bogen dann von Madame Butterfly und Aida über Frank Sinatra und den Beach Boys bis zu Zaz und Goran Bregovic.

Kino Rathausplatz
Stadt Wien Marketing
Das „Filmfestival am Rathausplatz“ gilt als größtes der Wiener Sommerkinos.

Katzenvideo-Festival in der Arena

Deutlich kleiner, aber ebenfalls längst etabliert ist das Open-Air-Kino in der Arena. Der Startschuss fällt am 8. August, im Programm finden sich nicht zuletzt einige Österreich-Erstaufführungen wie „Good Vibrations“ oder „Grand Piano“. Zu den Highlights darf auch das „Cat Film Festival“ genannt werden, das im Vorjahr im Rahmen des Kurzfilmfestivals „Vienna Independent Shorts“ Premiere feierte und sich als großer Hit herausstellte. Das einfache Rezept: Youtube-Katzenclips und Kurzproduktionen rund um die Mieze sollen für einen herzerweichenden wie amüsanten Abend sorgen.

Etwas abgelegener, dafür mit historischem Flair wartet das Schloss Neugebäude von 13. Juni bis 28. August mit hauptsächlich zeitgenössischen Kassenschlagern auf. „12 Years a Slave“, „The Wolf of Wall Street“, „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ oder „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ gibt es für acht Euro (montags sechs Euro) am Areal gegenüber dem Zentralfriedhof.

Arena Kino
Arena Wien
Beim Open-Air-Kino in der Arena werden auch Katzenvideos gezeigt.

Kleine Festivals wollen sich behaupten

Trotz großer Konkurrenz versuchen sich diesen Sommer erneut einige kleine Festivals zu behaupten. Zu Kurzfilmen von Jessica Hausner bis Spike Jonze, Gastprogrammen etwa von ImPulsTanz und einem Konzert der französischen Singer-Songwriterin Milkymee lädt „espessofilm“ zwischen 10. Juli und 29. August in das Gartenpalais Schönborn im Volkskundemuseum.

Das Museumsquartier ist indes wieder für das digitale Screening-Festival „frame[o]ut“ reserviert. An 18 Abenden im Juli und August widmet man sich bei freiem Eintritt Werken außerhalb des traditionellen Kinobetriebs. Bereits am 13. Juni werden im Rahmen des MQ-„Summer of Sounds“ die Stummfilme „Menschen am Sonntag“ und „Charlie Chaplin in Wien“ - beide aus den Anfängen der 1930er-Jahre - gezeigt. Für Live-Musikuntermalung sorgt Markus Kienzl von den Sofa Surfers.

MQ
APA/GEORG HOCHMUTH
Neben Konzerten werden beim MQ-„Summer of Sounds“ Stummfilme gezeigt.

Ganz der Patina hat sich einmal mehr das Stummfilmfestival Stumm & Laut verschrieben. Es geht vom 4. bis 6. September am Columbusplatz in Favoriten über die Bühne. Eröffnungsfilm ist Sergei M. Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“. Danach folgen „20.000 Meilen unter dem Meer“ und „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“.

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