Feigen neu entdeckt

Waren Feigen früher nur in ganz milden Weinbaugegenden bei uns zu finden, so wachsen sie mittlerweile auch in raueren Gegenden. Radio Wien-Pflanzenexperte Karl Ploberger setzt auf die neuen, wesentlich frostfesteren Pflanzen.

Vor 11.000 Jahren wurden Feigen, botanisch Ficus carica, bereits verwendet. In jungsteinzeitlichen Siedlungen fand man versteinerte Früchte. Es gibt auch Hinweise, dass die Feigen schon mit Stecklingen vermehrt wurden. In Klöstern gab es aber auch bei uns früher oft Feigenbäume. Feigen gehören zu den Maulbeergewächsen, wie zum Beispiel auch der Ficus benjamin, der eng mit der Fruchtfeige verbunden ist.

Der Feigenbaum hat keine sichtbaren Blüten. Diese stecken in den kleinen Früchten. Es gibt darin männliche und weibliche Blüten. Die Feigengallwespe dringt durch ein winziges Loch am Ende der Frucht ein und sorgt für die Befruchtung. Da es diese Wespen bei uns nicht gibt, muss man selbstfruchtende Sorten wählen und es macht auch keinen Sinn, Ableger aus dem Süden zu uns zu bringen, denn die würden nie Früchte tragen.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 23. Juni 2017

Am bekanntesten ist bei uns die sogenannte „Bayern Feige – Violetta“. In Simmering hat sich ein Sammlerpaar auf winterharte Feigen spezialisiert und mittlerweile 50 Sorten gefunden. Bis minus 20 Grad ist zum Beispiel die Sorte „Ronde Bordeux“ frostfest, die stark wüchsig ist, sich aber auch gut schneiden lässt und hervorragend schmeckt.

Feigenbaum
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Feigenbaum

Vor Frost schützen

Feigen sollten zwei bis drei Jahre im Topf gezogen (und frostfrei und dunkel überwintert werden) ehe man sie auspflanzt. Um den Wurzelballen zu schützen, setzt man sie gut zehn Zentimeter tiefer. Die Erde sollte humos und durchlässig sein. Feigen lieben unsere kalkhaltigen Erden, allerdings sollte sie nie staunass sein. Jährlich im Frühjahr und Sommer wird gedüngt, zum Beispiel mit biologischem Tomatendünger.

Es gibt gelbe, grüne, rote und dunkelviolette bis schwarze Feigen. Die Früchte sind reif, wenn sie sich leicht vom Zweig lösen lassen und werden nur am Baum reif. Nach dem Auspflanzen ist die sicherste Methode, wenn man im November einen ein Meter hohen Maschendraht-Zaun rund um die Pflanze stellt und mit Laub auffüllt. Oben wird mit Vlies und Holzbrettern abgedeckt. Im Frühjahr werden alle abgestorbenen Äste entfernt.

Alle Tipps des Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger können Sie hier nachlesen.

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