Küssen macht glücklich

Warum macht uns küssen glücklich, wie geht ein richtiger Kuss und was sagt uns ein Bussi im Vergleich zu einem echten Kuss? Kommunikationsexpertin Nana Walzer über die Lust am Kuss als spürbaren Ausdruck von Zuneigung.

Das Küssen hat eine starke Wirkung auf unseren Hormonhaushalt, es setzt glücklichmachende Endorphine frei und hilft, das Stresshormon Kortisol abzubauen. Das Kuschelhormon Oxytocin lässt diesen Moment der Nähe und Intimität zum Erlebnis von Geborgenheit und Zugehörigkeit werden. Ja, Küssen ist für Psyche und Körper richtiggehend gesund – es hilft beim Entschleunigen, es stellt eine tiefere Verbindung mit uns selbst und anderen her und wir werden auch muskulär entspannter.

verliebtes Paar kuesst sich auf Wiese
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Wie geht ein guter Kuss?

Das hängt im Detail von den Gewohnheiten und Erwartungen der am Kuss Beteiligten ab. Aber ganz allgemein gesprochen sind es drei Komponenten: die Augen, die Kopfneigung und natürlich der Mund und da besonders die Zunge.

Ein leidenschaftlicher Kuss bewirkt interessanterweise eine Erweiterung der Pupillen – vielleicht ein Grund dafür, dass viele Menschen beim Küssen die Augen schließen. Auch ist es ein derart intimer Augenblick, dass es für die meisten Menschen unangenehm ist, wenn ein Partner die Augen dabei offen hat.

Zur Kopfneigung: Zwei Drittel aller Menschen neigen den Kopf automatisch nach rechts, so dass es nicht zu Kollisionen zwischen den Nasen kommt.

Weiche Lippen sind immer gut, denn die Lippen sind mit unzähligen Nervenzellen ausgestattet und schon eine leichte Berührung setzt unser Gehirn einem Leuchtfeuer an positiven Signalen aus. Und Mundgeruch geht wenig überraschender Weise gar nicht. Männer ziehen übrigens einen Zungenkuss vor, weil dieser die weibliche Libido steigert. Das liegt daran, dass im männlichen Speichel Testosteron enthalten ist.

Was sagt ein Bussi, was ein Kuss?

Ein Bussi signalisiert zumeist kein sexuelles Interesse, sondern ist entweder eine gesellschaftliche Konvention („Bussi links – Bussi rechts“) oder ein Zeichen familiärer oder freundschaftlicher Zuneigung.

Wobei gerade bei Kindern besondere Achtsamkeit angebracht ist.
Auch wenn ein Bussi nicht sexuell gemeint ist, kann es zu unangenehmen Empfindungen führen, zum Beispiel wenn der Onkel mit dem kratzigen Bart oder die Oma mit nassen Bussis daherkommen. Nähe und körperliche Berührung brauchen in jedem Fall die Zustimmung und das Wahrnehmen der Gefühlswelten beider Seiten.

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Nana Walzer
Nana Walzer: „Die Kunst der Begegnung“

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