Johanniskraut: ein Stimmungsaufheller

Als Heilpflanze ist das Johanniskraut seit der Antike bekannt und bis heute eines der beliebtesten Heilkräuter. Es wird gegen Nervosität, Unruhe und depressive Stimmungen eingesetzt, weiß „Radio Wien“ – Apothekerin Elisabeth Sommer.

Das Johanniskraut ist in Europa zu Hause, wird bis zu einen Meter hoch und die Blätter sind dicht mit Öldrüsen besetzt, die das wertvolle ätherische Öl produzieren. Beim Johanniskraut wirkt aber nicht nur ein Inhaltsstoff, sondern der Gesamt-Extrakt, der aus den blühenden Triebspitzen gewonnen wird. Diese Inhaltsstoffe beeinflussen das zentrale Nervensystem und dadurch bewirken sie, dass vermehrt Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet werden. Bei Verstimmungszuständen und Depressionen besteht nämlich ein Ungleichgewicht im Gehirnstoffwechsel und diese Beschwerden können durch Johanniskraut positiv beeinflusst werden.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 10. Oktober 2017

Es geht etwa um den Botenstoff Serotonin, er beeinflusst unser Wohlbefinden, den Schlaf und die allgemeine Antriebslage. Bei einem Dopamin-Mangel fühlt man sich antriebslos, erschöpft und man kann sich schlecht konzentrieren und Noradrenalin beeinflusst auch das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit. Johanniskraut beeinflusst unseren Botenstoff-Haushalt positiv, allerdings ist eine Einnahme über einen längeren Zeitraum, mindestens 3 Monate, empfehlenswert. Nach einer Einnahmedauer von ca. 10 bis 14 Tagen kommt zu einer Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung, die empfohlene Tagesdosis liegt bei 300 bis 900 mg Gesamtextrakt.

Johanniskraut
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Gute Verträglichkeit

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln treten bei Johanniskraut-Präparaten nur selten und in geringem Umfang auf. In einzelnen Fällen ruft Johanniskraut allerdings Magen-Darm-Beschwerden hervor. Auch erhöht es bei hellhäutigen Patienten manchmal die Lichtempfindlichkeit, das heißt man sollte gute Sonnenschutzpräparate verwenden. Johanniskraut kann aber die Wirkung anderer Medikamente abschwächen, es kann etwa die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigt werden. Außerdem sollte man bei Präparaten zur Blutverdünnung vorsichtig sein, die Einnahme von Johanniskraut sollte in der Apotheke besprochen werden.

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