Im Garten gibt es keinen Abfall

Für viele beginnt in diesen Tagen das große Aufräumen. Doch der wahre „intelligente, faule Gärtner“ lässt hier Gelassenheit aufkommen. Radio Wien-Pflanzenexperte Karl Ploberger outet sich als Fan des Komposthaufens.

Unter Laub, Ästen, Staudenschnitt und vielen anderen organischen Stoffen überwintern viele Nützlinge von den Laufkäfern bis zum Igel. Aus all diesen Materialien wird das wertvollste im Garten: Kompost! Es gibt keinen Gartenvortrag, bei dem nicht auf möglichst komplizierte Art und Weise der Aufbau und das Mikroleben im Komposthaufen geschildert werden. Viele geben da gleich auf und lassen die wertvollen organischen Stoffe aus Garten und Haus entweder wegbringen oder an ungeeigneter Stelle dahinfaulen. Dabei ist es laut Ploberger ganz einfach Humus zu erzeugen:

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 22. September 2017

Der Kompost braucht einen Platz im Halbschatten. Hinter einem Baum oder Strauch auf Mutterboden werden die organischen Abfälle aus Haus und Garten aufgeschichtet. Ist der Garten sehr klein, kann man auch einen Kompostsilo verwenden. Das Material sollte nicht oder nur ganz wenig gehäckselt werden. Zu stark zerkleinerte Stoffe kleben zusammen und beginnen zu faulen. Fäulnis darf es aber auf einem Komposthaufen nicht geben, dann stinkt er.

Kompost
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Kompost

Fertiger Kompost muss nicht gesiebt werden

Es sind keine Hilfsmittel notwendig. Damit guter Kompost entsteht, benötigt man nichts. Außer man kompostiert sehr viele holzige Abfälle, dann sollte man Hornspäne einstreuen. Holz benötigt zum Verrotten Stickstoff. Aus dem Garten kann alles kompostiert werden, selbst Unkraut. Rasenschnitt immer als „Haut“ über den Komposthaufen legen, wie ein Strohdach, das schützt vor zu viel Regen und vor dem Austrocknen.

Niemals sollten gekochte Abfälle, wie Knochen, Fleisch, Reis oder Nudeln auf den Kompost, das würde nur Ratten anlocken, dafür aber Zitrusschalen (in Haushaltsmengen), Kaffeesud und Teebeutel. Kompost muss ruhen: Nach einem Jahr Aufbau wird der Haufen gut mit Rasenschnitt abgedeckt, im Frühjahr werden Kürbisse angebaut und bis zum Herbst liegengelassen. Dann ist die Erde, das „schwarze Gold“ des Biogärtners, fertig. Kompost wird im Herbst bzw. im Frühjahr ausgebracht. Der frische Kompost ist Kraftquelle. Man muss ihn nicht sieben, es werden nur die groben Teile aussortiert.

Das kommt auf den Kompost

• Aus dem Garten: Laub, Rasenschnitt, abgeschnittene Blütenstauden, Stroh, Jätgut, Pflanzenabfälle, Äste, Rasensoden, Sägespäne, Reisig.

• Aus dem Haus: Alte Erde aus Blumentöpfen und Balkonkästen, Schnittblumen, Wollreste, Federn (nur in geringen Mengen), Haare, Wolle (Schaf- oder Baumwolle).

• Aus der Küche: Gemüse- und Obstreste (auch geringe Mengen an Orangen-, Zitronen-, Bananenschalen), Kaffee- und Teefilter.

• Zuschlagstoffe: Ab und zu Düngekalk, Algenmehl, Gesteinsmehle, Hornspäne einstreuen.

Alle Tipps des Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger können Sie hier nachlesen.

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