Die 10 häufigsten Fragen zum Überwintern

Beim Thema Überwintern von Kübelpflanzen wie Orangen, Oleander oder Palmen tauchen immer wieder viele Fragen auf. Radio Wien-Pflanzenexperte Karl Ploberger beantwortet die wichtigsten.

Wenn die Temperaturen sich langsam dem Nullpunkt nähern, ist es an der Zeit, sich um Kübelpflanzen wie Oleander oder Lorbeerbäumchen zu kümmern. Grundsätzlich halten die Pflanzen mehr aus, als man denkt und man sollte sie so lange wie möglich im Freien lassen. Erst wenn eine längere Frostperiode angesagt wird, müssen sie ins Winterquartier.

Welches Winterquartier ist das Beste?: Das hängt grundsätzlich von den Pflanzen ab. Aber generell ist ein heller, kühler Raum das beste Winterquartier. Oleander, Lorbeer und die meisten Palmen überstehen den Winter auch in einem nicht so hellen und sehr kühlen Raum bei etwa ein bis zwei Grad.

Wie oft muss ich gießen?: Der „grüne Daumen“ ist das Maß aller Dinge. Oder, wie die Gärtner es fachlich korrekt nennen: Zuerst die Daumenprobe im Erdreich durchführen und dann entscheiden, ob gegossen werden muss oder nicht. Gerade bei den Zitruspflanzen heißt es aufpassen. Wird zu viel gegossen, dann lässt die Pflanze die grünen Blätter fallen, weil die (faulenden) Wurzeln kein Wasser aufnehmen können. Generell ist ein Gießrhythmus von zwei bis drei Wochen ideal.

Kübelpflanzen
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Kübelpflanzen

Muss ich die Pflanzen im Winter düngen?: Generell kann gesagt werden: Nein. Wenn kaum Licht vorhanden ist, dann kann eine Pflanze auch keine Nährstoffe aufnehmen. Steht ein Orangen- oder Zitronenbaum aber aus Platzgründen in einem hellen und wärmeren Wintergarten, dann sollte man alle zwei bis drei Wochen düngen.

Wie eng kann man die Pflanzen im Winterquartier aufstellen?: Sehr eng. Die Kübelpflanzen sind von November bis Februar in einer Art Ruhezustand. Selbst zusammengebundene Oleander überleben problemlos.

Soll man die Pflanzen zusammenschneiden?: Die wohl meistdiskutierte Frage, auf die ich aber immer antworte: Wenn es (aus Platzgründen) nicht unbedingt sein muss, dann nicht. Die Schnittstellen sind eine „offene Tür“ für viele Pilzerreger. Hat man trotzdem zurückgeschnitten, dann auf gute Durchlüftung achten. Palmen können nicht geschnitten werden.

Was tun gegen Schädlinge?: Gerade in den ersten Wochen nach dem Einräumen muss den Schädlingen besonderes Augenmerk geschenkt werden. Schild- und Wollläuse bekämpft man mit ölhaltigen Präparaten, Blattläuse mit Schmierseife (ein Esslöffel auf einen Liter Wasser).

Sind Pilzkrankheiten eine Gefahr im Winterquartier?: Grauschimmel kann in einem feuchten, kühlen Raum zu einer existenzbedrohenden Gefahr werden. Frische – noch nicht verholzte – Triebe sterben bei Befall rasch ab und sollten umgehend abgeschnitten werden.

Wann soll man umtopfen?: Niemals vor dem Winter, denn Wurzeln, die unweigerlich beim Umpflanzen verletzt werden, stellen eine große Gefahr für die Pflanze dar. Umgetopft wird, wenn das Wachstum bereits wieder begonnen hat.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 27. Oktober 2017

Muss man winterharte Kübelpflanzen schützen?: Bäume und Sträucher, die in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon stehen, muss man nicht vor Frost, sondern vor dem Austrocknen schützen. Vor allem wintergrüne Pflanzen brauchen Wasser und den Schutz vor der Wintersonne. Strohmatten und Vlies sind dafür geeignet. Töpfe auf Hölzer stellen, damit sie nicht anfrieren und zerstört werden.

Kann man Kübelpflanzen als Frostschutz im Garten eingraben?: Generell stimmt das nicht, allerdings lassen sich Fuchsien, die völlig entlaubt, zusammengeschnitten und aus den Töpfen gegeben werden, in einem Frühbeet unter einer dicken Schicht aus Laub, Erde und dem Schutz vor Nässe perfekt überwintern. Im April werden sie dann neu gepflanzt.

Alle Tipps des Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger können Sie hier nachlesen.

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