Belinda Mikosz: Kinder brauchen Lob

Als Leiterin des psychologischen Dienstes des Amts für Kinder, Jugend und Familie ist sie zwar pensioniert, von Ruhestand ist bei Belinda Mikosz aber keine Rede. Im Gespräch mit Ingrid Rehusch erzählt sie, warum sie ihren Beruf so liebt.

Von der Kindergartenpädagogin wurde sie zur Psychologin und Sozialarbeiterin, und schließlich auch noch zur Psychotherapeutin: „Ich habe einfach in der Arbeit mit Menschen immer noch mehr wissen und noch besser helfen können wollen.“ Was sie schon früh fasziniert hat daran: „Dass man immer etwas tun kann, selbst wenn in der Kindheit viel schiefgelaufen ist.“ Dabei sei es aber wichtig, auch kleine Fortschritte als Erfolg zu sehen und deutlich anzuerkennen. „Es geht meistens nicht ums große Wunder.“

Sendungshinweis:

„Menschen im Gespräch"
Montag, 4. Dezember, 19.00 Uhr

Generell sollten wir mit Lob und Wertschätzung nicht sparen, sagt Mikosz. "Eltern strafen oft zu viel. Aber das Loben muss authentisch sein, keine geheuchelte Freundlichkeit.“ Sie halte es auch für eine Unsitte, die eigenen Fähigkeiten immer herunterzuspielen. „Die Welt ist so, wie wir sie sehen. Und sie wird schöner, wenn wir uns über unsere eigenen Stärken oder Leistungen freuen, auch wenn wir keine Rekorde oder Preise damit erzielen.“

Belinda Mikosz
Belinda Mikosz

Energie tanken beim Eintauchen in fremde Kulturen

Die Kraft für ihre Arbeit als Therapeutin, Coach und FH-Lehrbeauftragte tankt Belinda Mikosz unter anderem auf ihren Reisen. Die Beschäftigung mit fremden Kulturen helfe einem, festgefahrene Verhaltensweisen leichter hinterfragen zu können. „Man sieht dann, dass man das auch ganz anders machen kann.“ Aber auch in der Arbeit selbst sieht sie eine Kraftquelle: „Ich hab den besten Job der Welt, denn man bekommt viel zurück. Ich freu mich so gern mit, wenn es jemandem durch meine Hilfe besser geht.“

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