Antibiotika richtig einnehmen

Antibiotika sind sehr wirksame Arzneimittel, sie können Infektionen bekämpfen und Beschwerden schnell lindern. Allerdings müssen sie richtig eingesetzt werden, weiß „Radio Wien“ – Apothekerin Elisabeth Sommer.

Die Entdeckung von Antibiotika gehört zu den Sternstunden der Medizin: Sie können Infektionen heilen, die früher lebensbedrohlich waren – wie etwa bakterielle Lungenentzündungen. Antibiotika haben nämlich eine antibakterielle Wirkung, das heißt sie können die Vermehrung von Bakterien verhindern und Bakterien sogar abtöten. Allerdings ist Vorsicht bei der Anwendung geboten, denn Antibiotika haben auch Nachteile bzw. Nebenwirkungen.

Da sie viel zu häufig und oft fehlerhaft eingesetzt werden, sind mittlerweile viele bakterielle Krankheitserreger unempfindlich gegen Antibiotika geworden. Durch die zunehmende Widerstandsfähigkeit (Resistenz) der Keime können viele Krankheiten nicht mehr so gut behandelt werden wie früher. Außerdem haben Antibiotika Nebenwirkungen auf die Darmflora, und zwar auf die guten Bakterien, die wir im Darm brauchen. Das kann langfristig negative Auswirkungen auf unser Immunsystem haben.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 6. März 2018

Für den Therapieerfolg ist wichtig, dass Antibiotika nur bei einer gesicherten Diagnose zum Einsatz kommen, das heißt, wenn vom Arzt eine bakterielle Infektion diagnostiziert wird. Keinesfalls sollten Antibiotika gegen Viruserkrankungen, wie zum Beispiel bei einer Erkältung oder einer echten Grippe, eingesetzt werden. Hier sind Antibiotika nicht wirksam, sie führen zu einer zusätzlichen Belastung des Körpers und fördern auch noch die Resistenzentwicklung.

Tabletten und Wasserglas
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Antibiotika - Dosierung genau befolgen

Wenn vom Arzt eine bakterielle Infektion diagnostiziert worden ist und Antibiotika verschrieben wurden, dann ist es wichtig, die Einnahme genau zu befolgen. „Das heißt die Antibiotika unbedingt zu Ende einnehmen“, rät „Radio Wien“ – Apothekerin Elisabeth Sommer. Antibiotika sind sehr stark wirksam und führen zu einer raschen Besserung der Symptome. Wenn man aber denkt, alles sei wieder in Ordnung und das Medikament zu früh absetzt, kann das zu einem Wideraufflammen der Krankheit führen und der Verlauf ist dann oft noch langwieriger. Außerdem sollte die Darmflora unterstützt werden. Symbiotische Darmbakterien können und sollten bereits von Beginn der Antibiotika-Therapie an eingenommen werden, wichtig ist dabei, zwei Stunden Abstand zum Antibiotikum einzuhalten, damit dieses zuerst seine Wirkung entfalten kann.

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