Wiedereinstieg nach der Karenz

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einer Babypause, ist diesmal das Thema in „Ganz auf Ihrer Seite“ mit den Experten der Arbeiterkammer Wien.

Als Mutter oder Vater habe ich die Möglichkeit nach der Geburt meines Kindes maximal bis zum vollendetem zweiten Lebensjahr des Kindes Karenz in Anspruch zu nehmen, sprich zu Hause zu bleiben. Der Kündigungsschutz dauert bis vier Wochen nach Ablauf der Karenz an. Erst danach kann eine Kündigung rechtswirksam ausgesprochen werden. Und erst dann beginnen die Kündigungsfristen zu laufen.

Frau mit Kindern auf dem Arm
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Bleiben Sie in Verbindung

Grundsätzlich empfiehlt es sich immer, auch während der Karenz mit dem Arbeitgeber in Verbindung zu bleiben. Schauen Sie hin und wieder mal mit ihrem Kind im Büro auf einen kurzen Besuch vorbei, nehmen Sie an Firmenweihnachtsfeiern oder an einer Fortbildungsveranstaltung teil. Bleiben Sie in Kontakt mit dem Arbeitgeber. Denn, ob bewusst oder unbewusst, man wird als abwesende Arbeitnehmerin schnell mal vergessen, auch wenn das gar nicht bös gemeint ist. Natürlich sollte ich mich auch rechtzeitig beim Arbeitgeber melden und mitteilen, dass meine Karenz am Tag X ausläuft und ich dann wieder zur Arbeit kommen werde.

Sendungshinweis:

„Radio Wien am Vormittag“, 15.02.2018

Die Karenz kann auch ein wenig für berufliche Zwecke genützt werden und eine Weiterbildung absolviert werden. Es gibt maßgeschneiderte Bildungsangebote für Eltern in Karenz wie z.B die Maßnahme NOVA des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, aber auch unzählige andere Bildungsangebote. Da liegt es an einem selbst, sich schlau zu machen und sich ein wenig dahinter zu klemmen. In Zeiten des Internets kann ich hier ja doch relativ einfach zumindest mal Erkundigungen über mögliche, interessante Kurse einholen.

Herausfoderung Kinderbetreuung

Viele Eltern und auch viele Arbeitgeber wünschen sich mehr Kinderbetreuungsplätze und auch bessere Öffnungszeiten in den Kinderkrippen und Kindergärten. Wenn sich nämlich die Frage der Kinderbetreuung nicht klären lässt, dann trifft es fast ausschließlich Frauen. Entweder sind sie gezwungen, das Arbeitsverhältnis selbst zu beenden, weil sie keine Möglichkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehen oder sie werden nach Ablauf des Kündigungsschutzes vom Arbeitgeber gekündigt, weil man keine Verwendung mehr für sie hat. Der Weg von der Karenz in die Arbeitslose ist daher oftmals keine Seltenheit.

Unsere Gesellschaft sollte sich von dem Gedanken verabschieden, dass man eine “Rabenmutter“ ist, wenn man in absehbarer Zeit nach der Geburt wieder arbeiten gehen möchte oder die Karenz nicht in vollem Ausmaß in Anspruch nimmt. Besonders wichtig ist daher die Schaffung passender Rahmenbedingungen, damit Beruf und Familie auch vereinbar sind. Zu den Rahmenbedingungen zählen aber auch beispielsweise die Väter.

Die Väter sind gefordert

Der Anspruch auf Väterkarenz ist schon lange im Gesetz verankert. Und auch immer mehr Väter nutzen sie. Leider hören wir in der täglichen Praxis aber oft, dass es Männern nach wie vor nicht einfach gemacht wird, wenn sie in Karenz gehen wollen. Hier braucht es einerseits ein Umdenken bei den Unternehmen, vor allem aber auch ein Umdenken bei den Vätern selbst. Denn in der täglichen Beratung hören wir regelmäßig von den Vätern, wie wichtig ihnen ihre künftigen Kinder sein werden. Wenn es dann aber um die tatsächliche Betreuung der Kids geht, verabschieden sich leider viele ins Büro und lassen die Mutter zu Hause ziemlich im Stich. Das Argument, als Vater muss ich ja Geld für die Familie verdienen, ist zwar durchaus schwerwiegend, allerdings wären auch Frauen im Stande, Geld zu verdienen, wenn man ihnen die Zeit dazu gäbe.

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