Der richtige Schnitt

Noch schaut es nicht nach Gartenfrühling aus, aber in ein paar Wochen wird wieder fleißig geschnitten. Radio-Wien-Pflanzenexperte Karl Ploberger verrät, was wie und vor allem wann in Form gebracht wird.

Blüht die Forsythie, dann werden die Rosen geschnitten. Alljährlich ist das eine gute Erinnerung an eine der wichtigsten Arbeiten im Frühlingsgarten. Aber nicht alle Rosen und nicht alle Sträucher kommen im Frühling unters Messer. Ploberger fasst die wichtigsten Schnittregeln zusammen.

Hier wird kräftig geschnitten

Beet- und Edelrosen vor allem dann, wenn sie im Vorjahr von Pilzkrankheiten heimgesucht wurden. Immer auf ein Außenauge schneiden, damit die Rose nicht zu dicht wächst. Sommerflieder (Schmetterlingsstrauch) um gut zwei Drittel zurückschneiden. Auch der Holunder wird kräftig geschnitten, er blüht auf den einjährigen Trieben. Ebenfalls kräftig geschnitten wird Wein (Tafeltrauben). Zurück bleiben die Vorjahrestriebe mit drei bis vier Augen.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 23. Februar 2018

Auch im Staudenbeet werden die abgefrorenen und vertrockneten Teile nun bodeneben abgeschnitten. Laubhecken, die kräftig reduziert werden sollen (Hainbuche, Liguster, etc.) können nun auch geschnitten werden. Clematis, die im Spätsommer oder Herbst blüht, wird bis auf 30 cm geschnitten, die frischen Triebe bilden die neuen Blüten. Und bei den Hortensien wird nur die Schneeballhortensie („Annabelle“) kräftig geschnitten. Herbsttragende Himbeeren komplett zurückschneiden.

Gartenschere, Schnitt, Frühling
colourbox.de
Frühjahrsschnitt

Sanfter Schnitt ist sinnvoll

Kletterrosen und Strauchrosen können ein wenig ausgelichtet werden. Ein zu starker Schnitt ist aber nicht sinnvoll, da zu viele Äste mit Blüten verloren gehen würden. Obstbäume können bis in den April hinein geschnitten werden. Stark wachsenden Bäume werden so im Wachstum gebremst. Aber niemals mehr als ein Drittel der Äste ausschneiden, das würde nur ein noch stärkeres Wachstum verursachen. Sommerblühende Clematis um gut die Häfte reduzieren, sie blühen auf den vorjährigen und den neuen Trieben.

Hände weg von der Schere

Alte Rosen, historische Rosen und Wildrosen, also alle, die nur einmal blühen, werden nicht geschnitten. Diese Rosen blühen nur auf den Vorjahrestrieben. Keine Sträucher schneiden, die im Frühjahr blühen, wie Forsythie oder Flieder. Man würde die Blüten wegschneiden. Nach der Blüte kann hier geschnitten werden. Rhododendren und Azaleen nicht schneiden, auch die Gartenheidelbeeren bleiben ungeschoren, nur alle paar Jahre werden einige der ältesten Triebe herausgeschnitten, damit sich die Pflanze verjüngt.

Alle Tipps des Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger können Sie hier nachlesen.

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