Heute in weiblicher Form

Heute ist der internationale Frauentag. Der Tag soll an die Rechte der Frau, an die Gleichstellung in der Gesellschaft, in der Familie und im Beruf erinnern. Grund genug für ein sprachliches Experiment.

Anlässlich des Weltfrauentags hat sich wien.ORF.at entschlossen, auf unserer Nachrichtenseite ein sprachliches Experiment durchzuführen. Wir werden heute die Berichte und Meldungen in weiblicher Form publizieren. Es geht nicht um klassisches Gendern, sondern darum, etwa Mehrzahlwörter, die Frauen einschließen, rein weiblich zu bilden. Das heißt: Bei der Formulierung „die Bürgerinnen“ werden Männer an diesem Tag eingeschlossen sein.

Gleichberechtigung Frauentag
APA/GEORG HOCHMUTH

Scheidung ab 1939 erlaubt

Die Geschichte des Internationalen Frauentags ist über 100 Jahre alt. Im Jahr 1908 streiken amerikanische Textilarbeiterinnen um auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Sie fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen, soziale Sicherung von Frauen und politische Gleichberechtigung. 1910 wird dann bei einer internationalen Konferenz der sozialistischen Frauen in Kopenhagen ein jährlicher Weltfrauentag vorgeschlagen.

Sendungshinweis:

„Radio Wien am Nachmittag“, 8. März 2018

Bereits ein Jahr später wird der Tag in Österreich-Ungarn, Deutschland, der Schweiz und Dänemark - mit Demonstrationen - erstmals begangen. 1918 wird das Frauenwahlrecht eingeführt. 1939 die Scheidung erlaubt. Trotzdem bleibt der Weg zur Gleichberechtigung ein steiniger. Bis 1975 hat zum Beispiel der Mann das gesetzliche Recht zu entscheiden, ob seine Frau eigenes Geld verdienen darf. 1977 wird der 8. März von den Vereinten Nationen als Internationaler Frauentag anerkannt.

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