Frauenpreise an Rabinowich und Zechner

Die Wiener Frauenpreise sind am Mittwochabend an die Schrifstellerin Julya Rabinowich und an ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner vergeben worden. Außerdem ist eine Publikation zum Frauenpreis erschienen, die Biografien aller bisherigen Preisträgerinnen enthält.

Julya Rabinowich
Privat
Julya Rabinowich

Julya Rabinowich wird in der Kategorie „Literatur und Kunst“ ausgezeichnet. Die Schriftstellerin und Malerin ist bekannt dafür, sich politisch zu engagieren und gegen traditionelle Rollenbilder aufzutreten und künstlerisch zu arbeiten. Rabinowich kam als Kind aus der damaligen Sowjetunion nach Wien. Damals sei sie „entwurzelt und umgetopft“ gewesen, sagt sie heute über diese Zeit. Erst als sie der deutschen Sprache mächtig war, fühlte sie sich integriert.

Zuerst arbeitete sie als Dolmetscherin und Malerin. Erst 2013 begann Rabinowich auch zu schreiben. „Was für ein Glück für uns! Denn sie schreibt mit wunderbarem Sprachgefühl, schafft spannende Frauenfiguren, beobachtet genau und formuliert mit großer Präzision“, sagt die Jury (Brigitte Handlos, Eva Linsinger, Tessa Prager) in ihrer Begründung.

Regelmäßig kommentiert sie auf „Twitter“ oder in ihrer Zeitungskolumne aktuelle Ereignisse, etwa gegen die Abschaffung des „Binnen-I“ oder über die „Enteignung des weiblichen Körpers“.

Zechner setzt sich für Frauenförderung ein

Kathrin Zechner setzt sich in ihrem Job als ORF-Fernsehdirektorin für die Förderung von Frauen ein. Mit dem Projekt „new faces“ will sie Frauen etwa sichtbarer machen. In einer Datenbank werden potentielle Expertinnen gesammelt, damit Diskussionsrunden nicht länger reine Herrenrunden sind.

Kathrin Zechner
APA/Neubauer
Kathrin Zechner

„Als Managerin ist sie knallhart. Und sie hat diese seltene Gabe, dass sie das Kreative mit dem Finanziellen und Juristischen vereint. Sie hat immer das Publikum im Auge“, heißt es in der Begründung der Jury. Sie sei in ihrer Hingabe an die Arbeit und in ihrer Hartnäckigkeit „ganz groß“, oft gegen den hartnäckigen Widerstand von Männern. Zechner bekam den Wiener Frauenpreis in der Kategorie „Medien und Management“.

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 4.12.2014

„Der Frauenpreis macht Frauen sichtbar, die in ihren Bereichen und auf ihre eigene Art und Weise Frauen stärken“, sagt Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) zu den Preisträgerinnen. Unter dem Titel „Frauen. Wissen. Wien“ erscheint auch ein Buch mit allen bisherigen Preisträgerinnen.

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