Schlagabtausch bei Stadtgespräch zu Parkpickerl

Seit einer Woche gilt das Parkpickerl in Währing. Beim „Wien-heute“-Kurier-Stadtgespräch wurde das Thema heiß diskutiert. Besonders die Nachnutzung des freien Raums und die „Pickerlflüchtlinge“ in Döbling wurden besprochen.

Seit Anfang September gilt das Parkpickerl auch in Währing. Beim „Wien-heute“-Kurier-Stadtgespräch verschafften sich am Dienstagabend Parkpickerl-Befürworter und Gegner Luft. Eine Frau beschwerte sich: „Bei mir sieht es so aus: Wenn ich nach 19.00 Uhr nach Hause komme – ich wohne bei der U6-Station Alser Straße – ist dort wieder kein Parkplatz. Ich bin gestern wieder eine halbe Stunde gekreist und habe dann fünf Blocks weiter geparkt.“

Sendungshinweis:

„Wien heute“ berichtet am 14. September ab 19.00 Uhr in ORF 2 über das Stadtgespräch.

Ein anderer Besucher lobte jedoch das System: „Jetzt auf die ganze Stadt bezogen, ist die Parkraumbewirtschaftung von den 1990er Jahren an eine Erfolgsgeschichte. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie viel Autoverkehr mehr wir erdulden müssten, gäbe es sie nicht.“

ÖAMTC hat Bedenken

Aber nicht alle sahen das so positiv - manche der jetzt freigewordenen Parkplätze würden durch Umwidmen von Straßenflächen vernichtet: „Währing atmet auf – ja, für den Moment. Weil sie in dem Fachkonzept ganz klar und offen schreiben, dass 30 Prozent des Platzes dann frei werden für andere Nutzungen. Das heißt, die geplagten Autofahrer haben zwar jetzt einen Parkplatz, diese Situation wird einige Zeit andauern. Danach werden sie das für andere Nutzungen machen“, gibt Bernhard Wiesinger vom ÖAMTC zu Bedenken.

Die Bezirksvorsteherin von Währing, Silvia Nossek (Grüne), konterte: „Wenn es heißt, Währing atmet auf, dann geht es doch nicht nur und ausschließlich um Menschen, die ein Auto haben. Deswegen geht es darum den öffentlichen Raum wieder ein Stück zurückzuholen. Die Straße ist nicht ausschließlich für Autos da.“

Pickerlflüchtlinge als Problem für Döblinger

Das Parkpickerl schiebe das Problem nur weiter - argumentieren Anrainer aus Döbling und appellieren an die „Pickerlflüchtlinge“: „Bitte sich ein Pickerl zu nehmen und ihr Auto im 18. Stehen zu lassen. Dadurch, dass die Parksherrifs im 18. Jetzt unterwegs sind um zu schauen, ob jeder seine Gebühr bezahlt, kommen sie zu uns in den 19. Hinüber, wo wir sowieso schon unglaubliches Chaos haben.“

Einverstanden zeigt man sich mit der Ankündigung in Döbling, die Pickerl-Befragung möglicherweise schon im Oktober durchzuführen - mehr dazu in Parkpickerl-Start setzt Döbling unter Druck.

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