„Wienwoche“ auf Kosten von Stadtfest

Auf Initiative der Grünen wird im Herbst 2012 das Kulturprojekt „Wienwoche“ erstmals über die Bühne gehen. Dafür wurde das Budget des ÖVP-Stadtfestes von 900.000 auf 450.000 Euro gekürzt. Beim Donauinselfest der SPÖ sind hingegen Kürzungen noch fraglich.

Um das veranschlagte Budget von rund einer halben Mio. Euro aufzutreiben, haben die Grünen laut deren Kultursprecher Klaus Werner-Lobo Kürzungen bei anderen parteinahen Festivitäten heraus verhandelt. „Das Geld kommt aus dem Topf, aus dem parteinahe Feste finanziert werden“, so Werner-Lobo - konkret geht es da um das Donauinselfest und das Stadtfest.

Budget für ÖVP-Veranstaltung halbiert

Die Kürzungen beim Donauinselfest dürften allerdings einigermaßen marginal ausfallen, Werner-Lobo zufolge in der Größenordnung von rund 100.000 Euro. Das ist tatsächlich nur ein kleiner Teil: Heuer wurde das Insel-Event mit insgesamt 1,45 Mio. Euro bedacht. Zudem sind mögliche Kürzungen für das rote Fest noch nicht fix: Denn SPÖ-Parteisekretär Christian Deutsch zeigte sich am Mittwoch am Rande einer Pressekonferenz zum Donauinselfest 2012 davon überzeugt, dass die Subventionsmittel nicht dezimiert werden. Über das endgültige Budget verhandelt die Koalition dieser Tage noch.

Beim ÖVP-Stadtfest dürfte der Rotstift allerdings ordentlich angesetzt werden. Die Stadtschwarzen müssen künftig mit der Hälfte des Steuergeldes auskommen, rechnete der grüne Kultursprecher vor. ÖVP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch zeigte sich in einer ersten Reaktion dennoch überzeugt, dass das Stadtfest auch im kommenden Jahr in gewohnter Größe über die Bühne gehen wird. Die drohenden Subventionskürzungen hofft er in weiteren Verhandlungen noch abwenden zu können: „Es wird alles nicht so heiß gekocht wie gegessen.“

Es sei verwunderlich, dass gerade die Grünen, die sich stets Kulturpolitik auf die Fahnen heften würden, gegen das Stadtfest vorgingen und damit versuchten, eine erfolgreiche Kulturveranstaltung abzudrehen, ärgerte sich Hoch. Schließlich sei das innerstädtische Spektakel längst zur Marke geworden und beschere der Wiener Wirtschaft rund drei Millionen Euro Umsatz, so Hoch. Auch für das Stadtfest 2010 habe man weniger Förderung bekommen und trotzdem sogar etwas mehr Programm als im Jahr davor geboten.

DJ- und Produzenten-Duo Kruder & Dorfmeister bei der Eröffnung des Stadtfestes 2011

APA/Hochmuth

DJ- und Produzenten-Duo Kruder & Dorfmeister bei der Stadtfest-Eröffnung 2011

Keine Details zu „Wienwoche“

Eine Art Vorschuss für die „Wienwoche“ in der Höhe von 100.000 Euro wurde bereits vergangene Woche im Gemeinderat beschlossen. Das Fördergeld kommt dem extra dafür gegründeten „Verein zur Förderung der Stadtbenutzung“ zugute. Er ist für die rechtliche und konzeptionelle Abwicklung verantwortlich, die künstlerische Leitung der „Wienwoche“ wird erst ausgeschrieben und soll im November bestellt werden.

Die „Wienwoche“ selbst will Werner-Lobo nicht als „Parteifest“ verstanden wissen. Rein inhaltlich gibt es rund um die einwöchige Kulturinitiative aber auch noch keine Details. Es sollen eine Reihe von Einzelprojekten an bestimmten Orten Wiens kostenlos präsentiert werden. Die Genres können von Musik über Theater bis hin zu Bildender Kunst und Performance reichen. Die einzelnen Projekte sollen über den Zeitraum der „Wienwoche“ hinaus „Spuren hinterlassen“, wünscht sich der grüne Mandatar.

Donauinselfest will 2012 mit Schlager punkten

Obwohl es noch einige Zeit bis zum Donauinselfest dauert, wurde seitens der SPÖ bereits ein erster Vorgeschmack auf das Programm gegeben. So werden sowohl die Volksmusik- und Schlagerbühne als auch das Sport-und Actionangebot ausgebaut.

Laut den Veranstaltern hat sich die jüngste Umstrukturierung des Inselfestes bewährt, sie werde deshalb als Basis für die Planungen der künftigen Ausgaben dienen. Soll heißen: Die vorgenommene Reduktion der Bühnen und die vorgenommene Einführung der Videoüberwachung werden beibehalten. Zudem wird das nachmittägliche Familienprogramm im nächsten Jahr erneut verstärkt.

Die vergleichsweise noch junge Volksmusik- und Schlagerbühne wird einmal mehr erweitert. Außerdem werden Action- und Funinsel sowie das Kinderangebot ausgebaut. Die Umschichtung eines Teils der Besucher in Richtung Nachmittag habe die Arbeit der Einsatzkräfte sowie der Wiener Linien nämlich deutlich erleichtert, hieß es.

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