Würfeluhr kommt ins Museum

60 bis 70 Kilo schwer und mehr als einen Kubikmeter groß: Seit mehr als 100 Jahren prägen die Würfeluhren das Stadtbild. Nachdem einige alte Modelle abmontiert worden waren, erwarb und restaurierte sie ein Designtrio. Ein Modell wird nun im Technischen Museum ausgestellt.

Als die Würfeluhren vor mittlerweile mehr als drei Jahren ausgetauscht wurden, erhielt das Designtrio lichterloh - dazu gehörten Dagmar Moser, Markus Pernhaupt und Christof Stein - die Möglichkeit, sie zu kaufen. „Ich bin davor gestanden und dachte: Was machen wir damit? Und vor allem: Wo lagern wir das?“, so Christof Stein damals.

Würfeluhr

APA/Hochmuth

75 Standplätze hatten die traditionellen Uhren in Wien, in der Gesamtheit gerettet werden konnten 24 Stück der alten Ausgabe. „Wir konnten einfach nicht Nein sagen.“ Also wurden die Uhren zwischengelagert und hergerichtet. Eine Uhr bleibt nun im Originalzustand und dauerhaft im Technischen Museum Wien.

Versicherung „rettete“ Uhren im Stadtbild

1907 wurden die Würfeluhren jedenfalls erstmals aufgestellt. Sie „erlebten“ unter anderem eine „Bürgerbefragung“ zum Aussehen des Ziffernblatts „mitten in der Monarchie“. An der Würfeluhr kam auch früh die öffentliche Funkversorgung zum Einsatz - und die Firma, die das besorgte, gab dem Ziffernblatt seine markante Aufschrift: „Normalzeit“ ist nicht etwa eine Angabe zur Zeitrechnung, sondern war der Name eines Unternehmens.

Im Jahr 2007 sorgte die Nachricht, dass die Wiener Würfeluhren möglicherweise bald aus dem Stadtbild verschwinden könnten, für Aufregung. Zwar ist die MA 33 für die technische Betreuung der Uhren zuständig, für die Kosten muss aber der jeweilige Bezirk aufkommen. Da zahlreiche Uhren aus Altersgründen durch ein modernes Exemplar ersetzt werden mussten, überstiegen die Kosten dafür die finanziellen Möglichkeiten des Bezirksbudgets. Rund 18.000 Euro kostet eine Würfeluhr.

Würfeluhr

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Würfeluhr auf dem Stephansplatz

Gesichert wurde der Fortbestand der Würfeluhren durch eine Versicherung, die unter anderem die Kosten für die Erneuerung der Uhren übernahm. Die Uhren wurden zudem von einer alten Technik auf eine neue mit GPS-Signal umgestellt.

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