Gratis Impfung für sozial Benachteiligte

Sozial benachteiligte Menschen können sich in Wien gratis gegen Influenza impfen lassen. Zu Gute kommt die Gratis-Impfung jenen Personen, die rezeptgebührenbefreit sind und einer Risikogruppe angehören.

Die mit der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) durchgeführte Aktion soll den Zusammenhang zwischen Armutsgefährdung und Krankheit aufbrechen helfen, sagten Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Gesundheitsminister Alois Stöger (beide SPÖ) bei einer Pressekonferenz.

Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) hat 8.000 Impfdosen zur Verfügung gestellt. Wenn die Aktion gut angenommen wird, sei eine Ausweitung über Wien hinaus geplant, sagte Hundstorfer. „Gesundheit darf und soll keine soziale Frage sein.“

Eigene Impfstraßen werden eingerichtet

Der Zugang sei „unbürokratisch“, betonte WGKK-Obfrau Ingrid Reischl: Zur Zielgruppe zählt, wer rezeptgebührenbefreit und zudem entweder älter als 50 Jahre oder schwanger ist, eine chronische Krankheit hat oder seine Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren schützen will.

Durchgeführt wird das bis zum Ende der Influenzasaison laufende Projekt in den vier Gesundheitszentren der WGKK und im Hanusch-Krankenhaus. Im Gesundheitszentrum Mariahilf werden an vier Terminen eigene Impfstraßen eingerichtet: am 28. und 29. Dezember 2011 sowie am 4. und 5. Jänner 2012, jeweils von 12.00 bis 14.00 Uhr.

Sozialorganisationen können über die WGKK die Gratis-Impfstoffe bestellen. Bisher haben die Caritas Wien, der Obdachlosenverein Neunerhaus und Ambermed, ein Hilfsprojekt für Menschen ohne Sozialversicherung, von dem Angebot Gebrauch gemacht. Partner sind auch der Fonds Soziales Wien und die Wiener Sozialeinrichtungen.

Rund 3.000 Erkrankte in Wien

„Jedes Jahr infizieren sich in Österreich im Schnitt 840.000 Menschen mit Influenza“, sagte Stöger. „Viele davon erkranken oder stecken andere an, ohne selbst Krankheitsanzeichen zu entwickeln.“ Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder Diabetes hätten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Heuer sind in Wien bereits rund 3.000 Menschen an Influenza erkrankt. In der Apotheke kostet eine Impfdosis derzeit je nach Hersteller etwa 14 bis 18 Euro.

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