Empörung über Spiegel ins Damenklo

Ein Venezianischer Spiegel in einem Lokal sorgt für Aufregung: Er gewährt Männern beim Verrichten ihres kleinen Geschäfts einen Einblick in die Frauentoilette, berichtet der „Kurier“. Die Empörung ist groß. Der Gastronom spricht von einem Kunstprojekt.

Venezianischer Spiegel im waschraum der Frauen

Dots

„Wir waren empört, als wir das erfahren haben“, wird eine Kundin des Lokals Dots in dem Bericht zitiert. Ihre Beschwerden seien weder vom Personal noch vom Geschäftsführer ernst genommen worden. Die Frau habe sich an die Polizei und die Gleichbehandlungskommission gewandt.

Kein Einblick in „indiskreten Bereich“

In der Wirtschaftskammer kennt man den Fall. Schon vor Wochen hatte sich eine Frau über den von der Herren- zur Damentoilette durchsichtigen Spiegel beschwert. Der Obmann der Fachgruppe Gastronomie, Wilhelm Turecek gegenüber dem „Kurier“: „Wir haben den Betreiber daraufhin angeschrieben und ihn gebeten, das zu ändern.“

Der Sprecher des Lokals, Alexander Khaelssberg, beschwichtigt. Man habe keine Einblicke in den indiskreten Bereich. Man „sieht die Frauen beim Händewaschen oder beim Schminken. 95 Prozent unserer Kunden, egal, ob männlich oder weiblich, finden das lustig“. Künftig sollen Schilder auf den Venezianischen Spiegel hinweisen.

Debatte über Voyeurismus anregen

Das Ganze sei außerdem ein Kunstprojekt des Architekten und Licht-Künstlers Alexander Riegler. „Ein Laufsteg der Eitelkeiten wie das Restaurant soll die Menschen zur Diskussion über Voyeurismus und Überwachung im Alltag anregen. Wir wollen wachrütteln und Diskussionen anregen, aber nicht verletzen. Fast jeder steht in Zeiten der Social Media und der omnipräsenten Videoüberwachung bewusst oder unbewusst auf der Showbühne“, erklärte Riegler seine Intervention.

Den übrigens großteils weiblichen Gästen gefalle die unkonventionelle Herangehensweise an das Thema, schließt sich Lokalbetreiber und Kunstsammler Martin Ho an. „Toiletten sind international schon lange die Visitkarte innovativer Lokale und bei mir schon traditionell Schauplatz von Kunst“, so Ho.

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