Grüne Radwege als Politaufreger

Nachdem Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) die Radwege der Stadt für mehr Sicherheit in grüner Farbe markieren will, hat es von der Opposition Kritik an dem Plan gehagelt. Die ÖVP sieht etwa „wichtigere Probleme“.

Der Koalitionspartner scheint den Plänen eher skeptisch gegenüberzustehen. „Es macht möglicherweise in manchen Bereichen sogar Sinn, aber wo ohnehin schon eine bauliche Trennung vom Gehsteig existiert, macht es wiederum keinen. Spätestens nach einer Saison muss man nachfärben, und das verursacht Kosten“, sagte SPÖ-Verkehrssprecher Gerhard Kubik. Gewusst habe er von den Plänen im Vorhinein nichts.

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Und FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus zweifelte in einer Aussendung an der Begründung, dass Radfahrer auf grünen Fahrbahnen besser sichtbar wären: „Das ist der verzweifelte Versuch einer Verkehrsstadträtin“, zeigte er sich überzeugt. Grüne Radwege seien für die Rathaus-Grünen die einzige Chance, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, befand Wiens ÖVP-Chef Manfred Juraczka. Tatsächlich gebe es wichtigere Probleme, etwa die Sanierung bestehender Radwege, erklärte er in einer Aussendung.

Grün als Farbe noch nicht vergeben

„In den kommenden Tagen soll ein erstes Teststück am Inneren Ring auf der Höhe Eschenbachgasse mit der rutschfesten, grünen Farbe bestrichen werden“, bestätigte ein Pressesprecher von Vassilakou mehrere Medienberichte. Durch die Markierung soll die Radspur „deutlich erkennbar werden“. Lediglich Gefahrenstellen sollen weiterhin rot markiert werden.

Die Testphase werde „einmal diese Radsaison laufen. Ein erstes Fazit soll es im Sommer geben“, sagte der Sprecher. Vassilakou könne sich jedenfalls vorstellen, das gesamte Radwegenetz „dort, wo es notwendig ist“, grün zu färben, auch „wenn das nicht von heute auf morgen geht“. Die Kosten würden derzeit ermittelt.

Dass für die Kennzeichnung die Farbe Grün gewählt wurde, hängt laut Verkehrsressort unter anderem damit zusammen, dass andere Farben bereits verwendet würden: Rot für Gefahren und Blau für Verkehrszeichen - etwa für das Gebotszeichen „Radweg“, das auch direkt auf der Fahrbahn zu finden ist.

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