Kreuze in Schule: Diskussion neu entbrannt

Im Mai sind in einer Volksschule im siebenten Bezirk die Kreuze entfernt worden. Eine Mutter hatte sich religiös bevormundet gefühlt. Jetzt hängen die Kreuze teilweise wieder. Einige Eltern sind empört und kündigen juristische Schritte an.

Wenn mehr als 50 Prozent der Schüler als „Christen“ gemeldet sind, müssen laut Gesetz Kreuze aufgehängt werden. Liegt der Anteil darunter, ist die Gesetzeslage nicht eindeutig. Die Verantwortung liegt dann beim jeweiligen Direktor.

Plötzlich hängen Kreuze wieder

Im Mai hatte eine Mutter nach langen Anstrengungen erreicht, dass in der betroffenen Volksschule im siebenten Bezirk alle Kreuze abgehängt wurden. Weniger als 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler waren als „Christen“ gemeldet - mehr dazu in Alle Kreuze in Volksschule abgehängt.

TV-Hinweis: „Wien heute“ hat sich die Situation an der Schule angesehen und mit Eltern gesprochen. Der Beitrag ist um 19.00 Uhr in ORF2 und danach on demand zu sehen.

Seit einigen Tagen hängen laut der Initiative „Religion ist Privatsache“ in fünf der 14 Klassenzimmer wieder Kreuze. Auch in drei der neun gemeinsam genutzten Räume wurden die Kreuze wieder angebracht. Wer dafür verantwortlich ist und ob sich die Grundlage dafür geändert hat, ist unklar. Weder die neue Direktorin noch der Stadtschulrat wollen sich gegenüber dem ORF Wien dazu äußern.

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Hält Schule Daten geheim?

Laut der Initiative gibt die Schule die Daten über die Konfessionen der Schülerinnen und Schüler nicht preis. „Die Schule gibt die Informationen nicht her. Weder die Schule noch der Stadtschulrat sind bereit, sich dazu zu äußern, obwohl es den Eltern eigentlich zusteht, diese Informationen zu erhalten“, sagt Eytan Reif von „Religion ist Privatsache“.

Die Eltern wollen einen Antrag auf Auskunft beim Stadtschulrat einbringen. Diesem gibt Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk aussichtsreiche Chancen. „Ich sehe keinen Grund, warum diese Auskunft verweigert werden sollte.“

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