Hauseinsturz: Ein Toter, Frau lebend geborgen

Ein 19-Jähriger ist am Samstag beim teilweisen Einsturz eines Hauses in Wien-Fünfhaus ums Leben gekommen. Eine 48-Jährige konnte nach acht Stunden lebend aus den Trümmern geborgen werden. Die Unglücksursache ist unklar.

Gegen 17.45 Uhr sei eine verletzte Person aus den Trümmern geborgen worden, teilte die Feuerwehr am frühen Samstagabend mit. Die Frau sei ansprechbar und in stabilem Zustand gewesen. Die Berufsrettung brachte sie in ein Krankenhaus. Polizeisprecherin Adina Mircioane hatte am Nachmittag erklärt, dass noch eine 50-jährige Frau unter den Trümmern vermutet werde. Das Alter der Frau wurde nach der Bergung auf 48 Jahre korrigiert.

Gegen 16.45 Uhr hatte ein Suchhund erneut angeschlagen. Einsatzkräfte hatten auch Kratzgeräusche in dem Schuttkegel des teilweise eingestürzten Hauses in der Mariahilfer Straße 182 ausgemacht. Laut Polizei hatte die Frau offenbar im obersten Geschoß in einem Hohlraum überlebt. „Die Abschlussdecke unterhalb des Daches ist eine sehr massive Decke. Es liegt hier ein Baumstamm neben dem anderen. Und wenn es hier zu einem Einsturz kommt, dann sieht das aus wie Mikadostäbe, die übereinander liegen und das bildet Hohlräume“, so Feuerwehrsprecher Christian Feiler.

Fotos vom Hauseinsturz

19-Jähriger starb kurz nach Bergung

Bereits gegen 15.00 Uhr war es Feuerwehr und Rettung gelungen, einen 19-Jährigen aus den Trümmern zu befreien. In diesem Fall verloren die Einsatzkräfte aber den Wettlauf mit der Zeit. Der Mann starb kurz nach der Bergung. Er hatte sich laut Feuerwehr in „absolut lebensbedrohlichem Zustand“ befunden.

Insgesamt hat die Wiener Berufsrettung nach dem Einsturz 14 Personen medizinisch betreut und in Krankenhäuser gebracht. Laut Krankenanstaltenverbund waren Samstagabend von den 14 Personen nur noch drei schwerer Verletzte in Spitalsbehandlung. Ihr Zustand war stabil, sie befanden sich auch nicht in Lebensgefahr.

Bergung eines Verletzten

APA/FOTOSTUDIO ROBERT MICHAEL SCHUSTER

Augenzeugen sprechen von Explosion

Laut Polizei war das Haus Ecke äußere Mariahilfer Straße/Denglergasse um 10.10 Uhr teilweise eingestürzt. „Es handelt sich um einen Teileinsturz des Gebäudes, das zweite und dritte Geschoß sind betroffen“, sagte Polizeisprecherin Adina Mircioane am Vormittag.

Video zeigt Sekunden nach Explosion

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„In dem Moment hat es eine Explosion gegeben, es war eine Erschütterung zu spüren, es hat Rauch gegeben“, schilderte ein Augenzeuge die Ereignisse. Auch ein Hausbewohner sprach von einem „riesigen Knall“ und einer „Druckwelle“:

Audio: Hausbewohner schildert dramatische Momente

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51 Personen in Haus gemeldet

Bei der Suche nach Verschütteten kamen unter anderem eine Rettungshundestaffel und die Schallortungsgruppe der Feuerwehr zum Einsatz. Die Polizei war die Liste aller Bewohner des Hauses Mariahilfer Straße 182 durchgegangen. Offiziell sind dort 51 Personen gemeldet. Mit der Bergung der 48-Jährigen wurde die Suche in den Trümmern auch offiziell eingestellt. Es wurde niemand mehr vermisst.

Video 1 zum Feuerwehreinsatz

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Video 2 zum Feuerwehreinsatz

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Feuerwehr hält Gasexplosion für sehr wahrscheinlich

Die Ursache für den teilweisen Einsturz stand auch Samstagabend noch nicht fest. „Es ist von einer sehr starken Druckwelle auszugehen“, sagte Gerald Schimpf, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr. Eine Gasexplosion sei sehr wahrscheinlich, hieß es.

Grafik Hauseinsturz

APA/Walter Longauer

TV-Hinweis:

TV-Beiträge zu dem Hauseinsturz sehen Sie in „Wien heute“ ab 19.00 Uhr in ORF2 und danach on demand.

Die Feuerwehr hatte Alarmstufe drei ausgelöst und war mit 110 Einsatzkräften und 35 Fahrzeugen ausgerückt. Die Einsatzkäfte sicherten das Haus, um zu verhindern, dass noch mehr Teile einstürzen.

Bei dem Haus handelt es sich um einen Altbau mit drei Obergeschoßen. Im Erdgeschoß sind mehrere kleine Geschäfte untergebracht. Die Explosion zerstörte das Gebäude ab dem zweiten Obergeschoß. Die Fahrbahn vor dem Haus und der Gehsteig waren bis auf die gegenüberliegende Straßenseite mit Ziegeln und Schutt bedeckt. Zumindest ein vor dem Haus parkendes Auto wurde verschüttet. Die Straßenbahnlinien 52 und 58 fahren nicht zwischen Westbahnhof und Anschützgasse.

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