Neue cityjet-Züge rollen ab Ende 2015

Die ÖBB setzen auf eine Modernisierung ihrer Flotte. Um 590 Mio. Euro werden 101 neue Siemens-Garnituren für den Nahverkehr angeschafft. Für den Großraum Wien werden 31 S-Bahnen bestellt. Ab Dezember 2015 sollen die cityjets unterwegs sein.

Der bis zu 160 km/h schnelle Zug mit barrierefreien Eingängen und Bereichen wird als Regionalzugsversion mit vier Türen pro Einstiegsseite 259 Sitzplätze bieten und in der S-Bahn-Version mit sechs Türen 244. „Ich bin richtig aufgeregt, die cityjets werden das Rückgrat unserer zukünftigen Flotte“, sagte ÖBB-Chef Christian Kern in Krefeld bei der Präsentation der neuen Garnituren im Design der Bundesbahnen.

Letzter Schliff in Floridsdorf

Im Siemens-Werk in der deutschen Großstadt wird der Zug gebaut. Aus Österreich kommen vom Siemens-Werk in Graz die Drehgestelle, und zwei Drittel der cityjets werden bei den ÖBB in Wien-Floridsdorf endgefertigt. Der erste Zug verließ erst kürzlich die Werkshallen in Krefeld. Nun werden die cityjets weiter geprüft. Für Tests im Windkanal kommt der erste neue Zug im Jänner 2015 nach Österreich. Die Zulassungsfahrten sollen im März kommenden Jahres beginnen.

Die dreiteiligen Elektrotriebfahrzeuge sind W-LAN-bereit, aber für einen Gratisinternetzugang ist, zumindest in ländlichen Regionen, noch Infrastruktur entlang der Strecken nötig. Steckdosen gibt es genauso wie Viererplätze mit Tischen. Die cityjets sind barrierefrei für Rollstuhlfahrer und praktisch für Familien mit Kinderwagen.

ÖBB Cityjet

APA/ÖBB/Schacherhofer

Erste Garnituren ab Ende 2015 auf den Gleisen

Die extrabreiten Einstiegsräume sind nicht nur für raschen Fahrgastwechsel in der Großstadt konzipiert. Klappbare Tische, verstellbare Sitze und tageszeitabhängige LED-Beleuchtung sind vorhanden. Griffe sind aus Edelstahl. Fahrradtransportbereiche gibt es genauso wie eine Klimaanlage. Platz haben in der S-Bahn-Version 244 Sitzplatzgäste, in der Regionalbahn 259. Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) sagte bei der Präsentation, dass es darum gehe, „die Menschen in ihrer Mobilität zu unterstützen“.

Wartung alle 20.000 Kilometer

Man spare auch mit den neuen Zügen, sagte Kern. Denn die Wartung dieser neuen Züge müsse nur alle 20.000 Kilometer erfolgen. Bei manch älteren Garnituren müsse alle 6.000 bis 9.000 Kilometer serviciert werden. „Zudem verbrauchen die cityjets 20 Prozent weniger Energie“, so der ÖBB-Chef. Das nicht zuletzt dank Bremsen mit Energierückspeisung. Im Vergleich zu den Talent-Nahverkehrszügen ist der cityjet um 20 Kilo je Sitzplatz leichter, gegenüber der Baureihe 4020 gleich um 130 Kilo je Platz. Neben Schnellbahnen für Wien wurden auch 31 cityjets für Niederösterreichs Regionalverkehr, 18 für die Steiermark und 17 Stück für Oberösterreich bestellt.

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APA/Siemens AG

Bis Februar 2018 sollen alle bestellten cityjets unterwegs sein

Übernächste Zugsgeneration wird entworfen

Kern denkt, dass es notwendig sei, noch mehr cityjets bei Siemens zu bestellen. Der Zug würde den Nahverkehr revolutionieren. Also will er bis 2020 unter anderen in neue InterCity-Züge kräftig weiterinvestieren. Der Einsatz von bis zu einer weiteren Milliarde Euro bis 2020 - auch wegen weiterer cityjet- und Desiro-Züge sowie railjets - sei „realistisch“. Denn alleine beim Thema IC sei man schließlich „schnell einmal bei sehr hohen dreistelligen Millionenbeträgen“. Bei den InterCitys sei es eben „notwendig, in den kommenden beiden Jahren über die Ablöse der derzeitigen InterCity-Züge eine Entscheidung zu treffen“, so der ÖBB-Chef.

Jedenfalls sei schon einmal ein Londoner Designbüro für Vorschläge für die Innenausstattung der neuen InterCitys engagiert worden, wie Kern sagte. Mit den Neuanschaffungen gehe es um Investitionen in die Flotte, parallel beginne man, „die neueste Zugsgeneration zu entwerfen“.

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