Häupl provoziert mit Lehrersager

Die SPÖ hat am Dienstag ihren 70. Geburtstag im Rathaus gefeiert. Dabei äußerte sich Bürgermeister Michael Häupl provokant zum Thema Lehrerarbeitszeiten: „Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig.“

Anlässlich des Jubiläums listete die Partei in einer Presseunterlage auch 70 Highlights: Aufgelistet werden etwa sozialer Wohnbau, die Schülerfreiheit, fünf Wochen Mindesturlaub - und die Verkürzung der Arbeitszeit. Wie dieses Highlight mit aktuellen Überlegungen zusammenpasse, die Dienstzeit für Lehrer im Klassenzimmer zu erhöhen, wollte ein Journalist wissen. Häupl beeindruckte das wenig: „Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig. Dann kann ich heimgehen.“

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Eine Erhöhung der Unterrichtszeit für Lehrer ist im Zuge von möglichen Sparmaßnahmen in der Verwaltung aktuell wieder Thema. Zwar sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag im Ministerrat, vieles in dieser Diskussion sei „zur Stunde nicht aktuell“ - allerdings bestätigte der Kanzler auch das grundsätzliche Anliegen: „Wir sind nicht abgerückt von dem Ziel“ - mehr dazu in news.ORF.at.

Michael Häupl

APA/Hans Klaus Techt

Häupl und Faymann im Roten Salon

Roter Salon im Rathaus als Ausgangsort

Neben dem Lehrersager würdigten Faymann und Häupl Dienstagmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz den 70. Geburtstag ihrer Partei. Als Ort dafür wurde nicht zufällig der Rote Salon des Wiener Rathaus ausgewählt. Denn genau in diesem Raum hatten sich vor knapp 70 Jahren Vertreter der Sozialdemokraten und der Revolutionären Sozialisten getroffen, um gemeinsam als neue politische Kraft den Wiederaufbau des Landes mitzugestalten.

Gelungen ist dies nach Ansicht der Parteispitze durchaus. Faymann sprach von einer Erfolgsgeschichte. Österreich biete soziale Leistungen, wie dies nur wenige Staaten auf der Welt könnten. Häupl ergänzte, dass man noch immer in einer der wohlhabendsten Länder lebe.

Offizieller Festakt am Abend

Einen kleinen Ausflug in den Wien-Wahlkampf, der von der SPÖ ja mit dem Versprechen neuer Gemeindewohnungen initiiert worden war, unternahm der Bürgermeister, als er besonders den sozialen Wohnbau hervorhob, den zu mobilisieren schon nach dem Krieg die wichtigste Aufgabe für die SPÖ gewesen sei. Faymann unterstrich, dass man eine Privatisierung von Gemeindebauten oder der Wasserversorgung nicht zulassen werde.

Der offizielle Festakt der SPÖ zum 70. Geburtstag wird dann am Abend in der Volkshalle des Rathaus bestritten. Als Zeitzeuge der Gründung wird der ehemalige Minister Erwin Lanc sprechen. Dazu gibt es eine Lesung aus den Memoiren des ehemaligen Bundespräsidenten Adolf Schärf.