Schlepper in Wien-Landstraße festgenommen

Nach der Schließung der Balkan-Route bekommen nun offenbar die Schlepper wieder Auftrieb. Am Donnerstag nahm die Polizei einen 34-jährigen Tunesier in Wien-Landstraße fest. In einem Kleinbus befanden sich 15 Marokkaner.

Auf den mutmaßlichen Schlepper sei man im Zuge einer routinemäßigen Verkehrskontrolle am Donnerstagvormittag gestoßen, so Polizeisprecher Paul Eidenberger im Interview mit Radio Wien. Gegen 11.25 Uhr wurde in der Landstraßer Hauptstraße der Mercedes-Kleinbus überprüft. Darin entdeckten die Beamten laut Eidenberger 15 zusammengekauerte Männer aus Marokko, die nach eigenen Angaben zwischen 17 und 35 Jahre alt sind. Die Männer stellten einen Asylantrag.

Zusammengekauerte Asylwerber in Lieferwagen

LPD Wien

Die 15 Männer kauerten in dem Wagen

Über welche Route sie illegal nach Österreich kamen und wie viel sie für den Transport bezahlen mussten, ist noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Der Fahrer wurde festgenommen, es handelte sich laut Polizei um einen Tunesier mit Hauptwohnsitz in Wien und österreichischem Führerschein. Bei ihm wurden 1.000 Euro sichergestellt.

Balkan-Route für Flüchtlinge faktisch zu

Wie Ljubljana am Dienstag verkündete, ist die Südgrenze des Landes seit der Nacht auf Mittwoch für Flüchtlinge geschlossen. Künftig dürften sie nur noch einreisen, wenn sie dort Asyl beantragen wollten. Serbien, Kroatien und Mazedonien kündigten an, ebenso zu verfahren. Damit ist die Westbalkan-Route für Flüchtlinge faktisch geschlossen - mehr dazu in Balkan-Route für Flüchtlinge faktisch zu (news.ORF.at).

Kein Anstieg auf Zugverbindung Budapest-Wien

Auch nach der Sperre der Balkanroute versuchen nur vereinzelt Flüchtlinge über die Zugverbindung Budapest-Wien nach Österreich zu kommen. Einen Anstieg habe es nicht gegeben, sagte die Polizei der APA auf Anfrage. Die Züge werden demnach seit über einem Jahr stichprobenartig von ungarischen, deutschen und österreichischen Beamten gemeinsam kontrolliert („trilaterale Streife“).

Aufgegriffen werden nach Angaben der zuständigen Wiener Polizei ca. fünf Flüchtlinge pro Woche, die noch in Ungarn den Zug verlassen müssen. Bis zur Schließung der ungarisch-serbischen Grenze im vorigen September war die Zugverbindung von Wien nach Budapest eine der Hauptrouten für Flüchtlinge am Weg nach Österreich und Deutschland gewesen.