Boxen gegen Radikalisierung

Als Maßnahme gegen Radikalisierungsgefährdung bei Jugendlichen will der Bezirk Donaustadt auf jene Communitys zugehen, die bisher nur schwer erreicht wurden. Die Initiative „Nicht in Gottes Namen“ wird unterstützt.

Den Kampf gegen die Radikalisierung von Jugendlichen haben bisher etwa Trainer aus dem Kampfsportzentrum Tosan in der Leopoldstadt geführt. Sie möchten durch „Not in God‘s Name“ - also „Nicht in Gottes Namen“ - von Radikalisierungsgefahr betroffene Jugendliche erreichen noch bevor es die Propaganda der Terrormiliz IS schafft. Als erster Bezirk holt sich jetzt die Donaustadt das sportliche Deradikalisierungsprojekt offiziell in den Bezirk.

Boxen Radikalisierung Not in God's Name

ORF

Im Training mit Kampfsportprofis soll Radikalisierung vorgebeugt werden

Kampfsportchampions als Idole

„Diese Initiative „Nicht in Gottes Namen“, ist die richtige Initiative dort abzuholen wo sie sich befinden“, erläutert Ernst Nevrivy (SPÖ), Bezirksvorsteher der Donaustadt, die Pläne das Projekt nach Wien zu holen. Eine Reaktion auf die Jugendstudie, die ein hohes Radikalisierungspotential für junge Muslime offenbarte – mehr dazu in – sei das jedoch nicht, so Nevrivy: „Die Gespräche gab es bereits vorher, dieses Projekt gibt es bereits seit Jahren nicht in Wien, aber in anderen Ländern erfolgreich.“

Noch vor Jahresende soll in der Basketballhalle mit dem Kampfsporttraining begonnen werden. Kampfsportchampions wie Foad Sadeghi sind die Idole der Community. Sie sollen zum Kampf gegen den Terror motivieren. Sadeghi: „Ich versuche mehr oder weniger ein Vorbild für sie zu sein, da ich vor 30 Jahren selbst ein Flüchtling war und genau dasselbe miterlebt habe. Ich weiß mehr oder weniger wie sie sich fühlen und dass das Ganze nicht so leicht ist. Deswegen versuche ich ihnen irgendwie zu zeigen, dass es nicht aussichtslos ist und man sich für andere Wege entscheiden kann.“

„Wien heute“, 21.10.2016

Als erster Bezirk holt sich jetzt die Donaustadt das sportliche Deradikalisierungsprojekt „Not in God‘s Name“ offiziell in den Bezirk.

Auch in anderen Bezirken geplant

Gemeinsam mit den Sportlern sucht der Gründer des Deradikalisierungsprojekt, Alexander Karakas, nach gefährdeten Jugendlichen: „In Shisha-Bars, Kampfsportzentren, Parks. Da haben wir es mit eben genau diesen Jugendlichen zu tun.“ 2017 will die Initiative dann auch mit anderen Bezirken in den Ring steigen. Zu einer Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und dem Bund hat es bisher nur Gespräche, aber noch keine Vereinbarung gegeben.

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