Panda hatte „hochaggressiven“ Krebs

Nach dem Tod des Pandamännchens Long Hui im Tiergarten Schönbrunn ist nun die Obduktion abgeschlossen. Das Ergebnis: „Der Tumor, der im Ultraschall sichtbar war, war ein bösartiges Gallengangskarzinom“, heißt es aus dem Zoo.

Am 9. Dezember war das 16 Jahre alte Pandamännchen Long Hui im Tiergarten Schönbrunn bei einer Notuntersuchung verstorben - mehr dazu in Panda nach Tumor verstorben. In der vergangenen Woche hat die China Wildlife Conservation Association (CWCA) die Anreise eines Expertenteams aus China organisiert, um bei der Obduktion dabei zu sein. Der Panda wurde extra tiefgefroren - mehr dazu in Toter Panda wurde tiefgefroren.

„Metastasen in zahlreichen Organen“

Die Untersuchung wurde gemeinsam mit der Pathologischen Abteilung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien vorgenommen.

„Der Tumor, der im Ultraschall sichtbar war, war ein bösartiges Gallengangskarzinom. Es ist ein hochaggressiver Tumor. Die Erkrankung verlief sehr rasch mit Metastasen in zahlreichen Organen wie zum Beispiel Herz, Lunge und Nieren und führte während der Narkose zu einem Multiorganversagen mit finalem Herzstillstand“, so Anna Kübber-Heiss, Leiterin der Pathologischen Abteilung des FIWI.

Pandazwillinge entwickeln sich gut

Anfang August wurden die Pandazwillinge Fu Feng und Fu Ban in Schönbrunn geboren. Sie entwickeln sich laut Tiergarten gut.

Verbleib von totem Panda unklar

Der Körper von Long Hui wird nach Angaben des Tiergartens am FIWI aufbewahrt. Was mit ihm weiter passiert, wird von der China Wildlife Conservation Association entschieden. Long Hui war ebenso wie seine Partnerin Yang Yang eine Leihgabe der Volksrepublik China. Das 2003 nach Wien gekommene Panda-Pärchen war das einzige, das sich in einem Zoo in Europa auf natürlichem Weg fortpflanzte.

Die Frage, ob ein neues Panda-Männchen nach Wien kommen solle, sei im Rahmen des Treffens mit den chinesischen Experten kein Thema gewesen, erklärte der Tiergarten. Dort möchte man in Zukunft gern wieder ein erwachsenes Männchen halten.

Das Weibchen Yang Yang ist in den nächsten zwei Jahren aber mit der Aufzucht ihrer Jungtiere beschäftigt. Sie ist Mutter der Anfang August geborenen Zwillinge Fu Feng und Fu Ban. Long Hui hatte in Wien fünf „Kinder“. Die drei älteren - seit 2007 im Dreijahresabstand geboren - leben mittlerweile in China.

Jungtiere von chinesischem Tierarzt untersucht

Die Zwillinge Fu Feng und Fu Ban bleiben für zwei Jahre vertraglich in Wien: Derzeit sind sie noch in der Baumhöhle in der Innenanlage des Pandahauses. Die Jungtiere und auch ihre Mutter Yang Yang werden selbst entscheiden, wann sie herausklettern und sich den Besuchern zeigen. Ein zur Obduktion angereister Tierarzt hat auch die Jungtiere untersucht.

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