Lugner beantragt Sonntags-Ausnahme

20 Jahre kämpft der Betreiber der Lugner-City schon um die Sonntagsöffnung. Nun hat Richard Lugner einen neuen Anlauf unternommen und um eine Ausnahmegenehmigung angesucht. Er will sonntags von 13.00 bis 18.00 Uhr offen halten.

„Die Zeit ist reif für die Sonntagsöffnung“, sagte Lugner, der im Vorjahr einen Umsatzrückgang in seiner City hinnehmen musste. Auch 2017 „schaut es nicht gut aus“, so der 84-Jährige, der bisher in der Causa schon zwei Niederlagen vor dem Verfassungsgerichtshof hinnehmen musste. Lugner sieht den stationären Handel im Nachteil mit dem Online-Handel, der „ein 24-Stunden-Service“ anbietet und fordert für sein Einkaufszentrum eine „eingeschränkte Öffnung am Sonntag“, damit man mit den Online-Händlern mithalten kann.

Sonntagsöffnung

ORF

Anwalt sieht „hohen regionalen Bedarf“

15 Geschäfte in der Lugner City und Lugner selbst als Einkaufszentrumsbetreiber haben bei Bürgermeister Michael Häupl in seiner Funktion als Landeshauptmann eine Öffnungszeiten-Ausnahmegenehmigung für einen Sonntagnachmittag im Monat beantragt. Nicht mit an Bord ist die Supermarktkette Merkur, die auch in der Lugner City eine Filiale betreibt. Viele Gastronomiebetriebe in der Lugner City und das Kino haben am Sonntag bereits offen.

Als Rechtsbeistand hat Lugner den Anwalt und Vizepräsidenten der Rechtsanwaltskammer Wien, Michael Rohregger, engagiert. Der Landeshauptmann könne eine entsprechende Verordnung für die Sonntagsöffnung erlassen oder bei Abweisung des Antrags einen Bescheid ausstellen, dem man im Instanzenzug bekämpfen werde, so Rohregger. Er verwies auf das Öffnungszeitengesetz, nachdem in der Umgebung ein besonders regionaler Bedarf nach Verkaufstätigkeit an Sonntag bestehen müsse.

Mit der Lugner City als Freizeit- und Eventcenter und der Stadthalle als Veranstaltungsort gebe es einen hohen regionalen Bedarf. „Alle Voraussetzungen für eine Sonntagsöffnung liegen vor“, zeigte sich der Anwalt zuversichtlich. Eine stärkere Liberalisierung der Sonntagsöffnung sei derzeit nicht anvisiert. „Wir wollen es nicht übertreiben.“

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Lugner sieht Shoppingcenter benachteiligt

Für Lugner sind Shoppingcenter-Betreiber gegenüber Supermärkten an Bahnhöfen und Tankstellen-Supermarktshops in Österreich benachteiligt, die an Sonn- und Feiertagen offen halten dürfen. Bereits in der Vergangenheit hatte er die Sonntagsöffnungs-„Privilegien“ der Supermarktketten Rewe und Spar als nicht gerechtfertigt kritisiert, im speziellen an Bahnhöfen und Flughäfen. Außerdem würden die Wochenendtouristen nicht verstehen, dass in Österreich die Geschäfte nicht wie bei ihnen zuhause am Sonntag offen haben.

Politische Unterstützung könnte Lugner von Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel und den NEOS erhalten, die die Ladenöffnungszeiten komplett freigeben wollen. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hatte in der Vergangenheit bei der Diskussion um Sonntagsöffnungs-Tourismuszonen auf die Sozialpartner verwiesen. Sollten sich die Sozialpartner einig werden, hat Häupl nichts gegen Tourismuszonen. Alle Bundesländer außer Wien haben Tourismuszonen eingerichtet, um Shoppingmöglichkeiten auch am Sonntag zu bieten.

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