Neuer Ärger um Islam-Studie

Ednan Aslan, einer der Autoren einer großen Studie zu Wiener Islam-Kindergärten, sorgt erneut für Ärger bei der Stadt Wien. Statt wie gefordert als Teil des ganzen Teams hat er seinen Beitrag einzeln an die Stadt geschickt.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorsky (SPÖ) berichtete, Aslan habe ungeachtet des geforderten gemeinsamen Endberichts seinen Beitrag einseitig und unkommentiert an die zuständige MA 11 geschickt. Czernohorsky bezeichnete dieses Vorgehen als „verwunderlich“. Denn der Auftrag an die Forscher der Uni Wien und des FH Campus Wien umfasse auch einen gemeinsamen Endbericht, der vom wissenschaftlichen Beirat geprüft sei.

Appell zur Einigung auf ein Resümee

„Ich muss ehrlich sagen: Ich habe diese Spielchen satt“, ärgerte sich Czernohorszky. Ein Wettbewerb, wer wem was als erster schickt, sei in der Causa überhaupt nicht zielführend. Insofern wolle er den Inhalt des offenbar gut 70-seitigen Aslan-Beitrags derzeit weder preisgeben noch kommentieren: „Es wird ja wohl möglich sein, bei einem Ding, wo die ganze Republik darauf schaut, das seriös und faktenbasiert zu machen“, appellierte er an das Gremium, sich auf ein Resümee zu einigen und dieses dann zu präsentieren. In diesem Sinne werde man Aslan und dem restlichen Forscherteam auch antworten.

Immerhin handle es sich um „sechs erwachsene Menschen, hoch professionelle Wissenschafter“. Er hoffe, dass die gesamte Studie noch vor Weihnachten vorliege, dann könne man diskutieren, wo es Probleme gibt, was zu tun sei und was eventuell durch die jüngsten Schritte der Stadt - ein strengeres Kindergartengesetz und mehr Kontrollen - „schon gut erledigt“ worden sei.

Gutachten sieht wissenschaftliche Mängel

Aslan war im Zusammenhang mit der Causa Islam-Kindergärten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Zuge seiner ersten, nicht sehr umfangreichen Untersuchung im Auftrag des Außen- und Integrationsministeriums war er mit dem Vorwurf konfrontiert, die wissenschaftlichen Standards nicht eingehalten zu haben. Ein Uni-Gremium prüfte die Beschuldigungen. Es stellte zwar kein expliziertes Fehlverhalten fest, ortete aber zahlreiche Mängel methodischer Art - mehr dazu in Kindergartenstudie: Weiter Differenzen.

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