Häupl und Schieder gemeinsam gegen Regierung

Michael Häupl und Andreas Schieder Seite an Seite bei einem Pressegespräch: Häupl bestreitet, dass dieses Bild seine Unterstützung für Schieder im Kampf um die Nachfolge als SPÖ-Chef zeige. Gegenkandidat Ludwig sieht das auch so.

Der Bürgermeister und einer seiner möglichen Nachfolger gemeinsam auf jenem Feld, das Schieders Fans als seine Stärke sehen: im Kampf gegen die neue Bundesregierung. Häupl kritisiert, dass ÖVP und FPÖ auf die Armen losgehen: „Die Vernichtung de fakto des Sozialstaates, der Kampf gegen Wien und gegen die Einrichtungen der Arbeiterschaft, insbesondere der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer, geht natürlich gar nicht. Da wird es heftige Auseinandersetzungen geben.“

Bürgermeister Michael Häupl und Andreas Schieder

ORF

Michael Häupl und Andreas Schieder (r.) bei einem gemeinsamen Auftritt

Bürgermeister Michael Häupl

Schieder schlägt in gleiche Kerbe

Ähnlich auch Andreas Schieder: Türkis-Blau wolle die Schwachen noch mehr schwächen. Gleichzeitig bleibt Schieder bei seiner Kritik an seinem Kontrahenten Michael Ludwig: Es müssten viel mehr Gemeindewohnungen gebaut werden. 25.000 Wohnungen sollten aus den Mitteln der Wohnbauförderung und aus einer neuen Leerstands-Abgabe zu finanzieren sein, sagt Schieder, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 19.00 Uhr, ORF 2

Dass die Spitzen der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter sich mit großer Mehrheit für Michael Ludwig als neuen Vorsitzenden der SPÖ Wien ausgesprochen haben, wischt Schieder vom Tisch. Es gäbe keine Block-Abstimmung, vielmehr entscheide jeder Delegierte zum Landesparteitag selbst, wen er zum neuen Vorsitzenden wähle:

Klubobmann Andreas Schieder im Gespräch mit ORF-Wien-Chefredakteur Paul Tesarek

Häupl bestreitet, dass er mit diesem gemeinsamen Auftritt Schieder unterstütze. Er verweist darauf, dass er im Dezember beim Spatenstich für einen Gemeindebau gemeinsam mit Michael Ludwig aufgetreten ist. Und das sei - in seinen Augen - gleichwertig.

Ludwig: „Wird Wahl nicht beeinflussen“

Der angesprochene zweite Kandidat neben Schieder, der derzeitige Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, bleibt trotz des gemeinsamen Auftritts seines Gegners zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass es eine Mehrheit für mich gibt“, sagte er. Er wertete den Auftritt auch nicht als Zeichen der Unterstützung Schieders durch Häupl. Auch er habe gemeinsame Termine mit Bürgermeister Häupl absolviert. Das werde die Wahl am Parteitag nicht beeinflussen.

Die Entscheidung, dass die Debatte am Parteitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, hätten die Parteigremien getroffen. „Ich stehe dem emotionslos gegenüber“, sagte Ludwig. Er vertrete jedoch schon die Ansicht, dass gewisse Entscheidungen „im Wohnzimmer und nicht am Balkon“ diskutiert werden sollten, zitierte er Häupl.

„Geheimer“ SPÖ-Parteitag für Filzmaier naiv

Eher ungewöhnlich war die Entscheidung der SPÖ, den außerordentlichen Parteitag am 27. Jänner überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten. Für die Politologen Peter Filzmaier und Thomas Hofer ist das „naiv“ beziehungsweise Zeichen von Unsicherheit - mehr dazu in Geheimparteitag der SPÖ für Filzmaier naiv.

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