Politikerportraits zwischen Image & Demontage

Che Guevara als Affenkopf oder Barack Obamas „Change“-Wahlplakat: Die Ausstellung „Head 2 Head“ im Kunst Haus Wien zeigt ab Mittwoch weltberühmte Politikerporträts der vergangenen 100 Jahre und deren satirische Demontage.

„Jeder Mensch ist von politischer Kommunikation betroffen. Täglich strömen hunderte Bilder auf uns ein und es ist gut zu wissen, wie diese Kommunikation funktioniert und was sie von uns will“, erklärte Andreas Hirsch, Kurator der Ausstellung, gegenüber wien.ORF.at. „Head 2 Head“ zeigt auf über 200 Plakaten, Fotografien und Demontagen weltberühmte Politikerbildnisse.

Bekannte Gesichter der Weltpolitik

Unter den ausgestellten Politikerinnen und Politikern sind die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der russische Revolutionsführer Lenin, der kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Che Guevara, dessen Konterfei das meist publizierte Porträt überhaupt ist. Die Bildnisse zeigen einerseits das bewusst erarbeitete Image von Politikern, anderseits den Wandel, den sie im Laufe ihrer Karriere machten, so Hirsch.

Angela Merkel 1992

Herlinde Koelbl

Die deutsche Bundeskanzlerin im Jahr 1992

Auch österreichischen Politikern ist ein eigenes Ausstellungskapitel gewidmet. „Head 2 Head“ zeigt etwa Bilder von Bruno Kreisky als Politiker und später als Alt-Bundeskanzler. Zudem sind die Wahlkampagnen von Kurt Waldheim und Jörg Haider ausgestellt.

Politische Kommunikation und wie sie funktioniert

Deutsche Wissenschaftler haben bewusst eingesetzte Codes und Botschaften der Bilder dechiffriert und erklären in der Ausstellung, wie politische Kommunikation funktioniert. Zum Beispiel würden Politiker seit 2.000 Jahren zwei typische Porträtstrategien verfolgen: Überlegenheit durch Macht und Überlegenheit durch Kompetenz und Weisheit zu demonstrieren, so der Kurator.

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 7. März 2012

Jedes Politikerleben folge einem bestimmten Zyklus: Zuerst komme die Phase der Imagebildung, welche die Kandidaten erst wählbar mache. Diese wird beispielsweise auf Obamas Wahlplakat von 2008 sichtbar. Mit dem Amtsantritt beginne die Phase der Repräsentation, so der Kurator. Gleichzeitig sind Machthaber permanent der Satire und der politischen Demontage ausgesetzt, die ihr Bild in der Öffentlichkeit mitbestimmen.

Obama

Museum für Gestaltung Zürich

Barack Obama soll 2008 laut Kurator Hirsch dieselben Botschaften wie früher Kennedy auf seinen Plakaten verwendet haben

Weltberühmte Demontagen und Bildsatire

„Wir wollen in dieser Ausstellung auch die Strategien der Demontage aufzeigen“, so Hirsch. „Head 2 Head“ zeigt in einem eigenen Bereich berühmte Demontagen von Politikern und versucht die Arbeitsweisen der Künstler anhand von Bildanalysen zu erklären. Zu sehen sind etwa Bilder des „Atelier Populaire“ aus Paris, das den Präsidenten Francois Mitterrand im Jahr 1968 zeigt, Hitler-Demontagen von John Heartfield und Mario Lombardos Affenkopf-Che.

Che Guevara Affenkopf

Mario Lombardo/Robert Klanten

„Spank the Monkey“ zeigt eine Demontage des kubanischen Guerillaführers Ernesto Che Guevara

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem „Museum für Gestaltung“ in Zürich. Ein großer Teil der Exponate stammt aus der Schweizer Sammlung. In Wien kamen Bilder und Arbeiten von österreichischen Politikern und Fotografen hinzu. Die Ausstellung läuft von 7. März bis 3. Juni im Kunst Haus.

Staatschefs in der Galerie Westlicht

Bilder internationalen Staats- und Regierungschefs zeigt derzeit auch die Galerie Westlicht. Fotograf Platon Antoniou machte diese während einer UNO-Versammlung - mehr dazu in „Gesichter der Macht“ auf Augenhöhe

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