Omas Maiwipferl helfen bei Erkältungen

Viele kennen Maiwipferl als Omas wirksamen Hustensaft. Auch heute noch werden die jungen Triebe von Tanne oder Fichte häufig als Heilmittel verwendet. Prof. Hademar Bankhofer kennt die Rezepte für Sirup und Tee und weiß, wogegen sie am besten helfen.

Will man Maiwipferlsirup herstellen, braucht man nicht viele Zutaten. Dennoch ist bei der Zubereitung aber die richtige Vorgangsweise wichtig. Zunächst einmal benötigt man 500g Fichten- oder Tannenwipferl und 1000g Rohrohrzucker. „Es ist wichtig, dass es kein weißer Zucker ist, sondern Rohrohrzucker, weil der sehr viel Mineralstoffe mitliefert“, so Bankhofer.

In abwechselnden Schichten einfüllen

Man füllt in ein Einmachglas eine Schicht von den Wipferln, darauf Zucker, dann wieder Maiwipferln und so weiter, bis das Glas voll ist.

Tannenwipferl

Fotolia/Markus

Bankhofer: „Wichtig ist, dass jede Wipfelschicht doppelt so dick ist wie die Zuckerschicht. Die oberste Schicht muss unbedingt Zucker sein.“ Dann verschließt man das Glas mit einem Leinentuch und lässt es an einem sonnigen Fensterplatz für zwei Wochen stehen. Die Nadeln der Wipfel werden braun. Es sondert sich ein ein Sirup ab.

Der Sirup wird abgefiltert und in kleine, braune Flaschen abgefüllt. Braune Flaschen sind wichtig als Lichtschutz. Der Wipfelsirup ist fertig und hält jetzt viele Monate bis weit in den Winter. Ein Fehler bei der Produktion kann sein, dass man zu wenig Zucker nimmt. „Wer ganz sicher gehen will, sollte den abgefüllten Sirup im Kühlschrank aufbewahren. Dann kann eigentlich nichts mehr passieren“, so Bankhofer.

Auch als Tee ein wirkungsvolles Heilmittel

Maiwipferl können nicht nur zu Sirup, sondern auch zu Tee verarbeitet werden. „Den setzt man auch gegen Husten ein, gegen Heiserkeit, gegen Erkältungen und zur Blutreinigung“, so Bankhofer.

Gesundheitstipps als Podcast

Wer Prof. Bankhofer im Radio versäumt hat, kann seine Tipps auch als Podcast gratis downloaden.

Für die Zubereitung werden zwei Teelöffel frisch oder schonend getrocknete Fichten- oder Tannenwipfel mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen. Dann lässt man den Tee zehn Minuten zugedeckt ziehen und seiht ihn durch. Man trinkt den Tee lauwarm, langsam und in kleinen Schlucken.

„Beide Rezepte, der Wipfelsirup und der Tee, sind uralt. Sie haben keine Nebenwirkungen, bewähren sich heute noch und werden auf dem Land noch heute häufig angewendet.“ Der Sirup schmeckt besonders gut und süß, deswegen wird er häufig einfach auch als Süßmittel für Tee verwendet. Besonders Kinder lieben den Wipfelsirup wegen seiner Süße.

Maiwipferl-Sirup

Fotolia/ somenski

Was macht Maiwipferl so gesund?

Tannen und Fichten erleben im Mai einen Wachstumsschub. Dann sprießen an den Enden der Äste hellgrüne Triebe. Laut Bankhofer enthalten diese Triebe oder Wipferl wertvolle ätherische Öle, Harze, Tanine und sehr viel Vitamin C: „Gemeinsam aufeinander abgestimmt haben diese Wirkstoffe eine antiseptische Wirkung, das heißt sie hemmen die Entwicklung von krankmachenden Bakterien. Sie fördern außerdem den Abtransport von Schleim aus den Atemwegen“, so Bankhofer.

Daher kann man aus den Maiwipferln sehr gut wirkende Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit und Schnupfen zubereiten. Diese Hausmittel sind dann eben der Tee und der Sirup.

Vorsicht beim Pflücken der Maiwipferl

Wer Maiwipferl von den Bäumen pflückt, schädigt den Baum. Das hängt natürlich von der Menge ab.

Sendungshinweis

„Gut gelaunt in den Tag“, 9. Mai 2012

Darauf macht Bankhofer besonders aufmerksam: „Man kann die Maiwipferl ohne schlechtes Gewissen von einem Baum aus dem eigenen Garten ernten. Im Wald sollte man aber unbedingt den Förster fragen. Es geht nicht, dass hunderte Menschen jetzt in den Wald gehen und die Bäume abernten“, so Bankhofer. Man sollte daher Maiwipferl nicht von einem Ast abpflücken, sondern nur zwei oder drei Wipferl pro Ast, appelliert Bankhofer dafür, hier verantwortungsvoll zu handeln.