Dem Schulstress richtig begegnen

Der Schluschluss naht. Prüfungen, Schulwechsel und mehr belasten die Schüler. Um Schulstress, wie Eltern ihn erkennen und ihn lindern können, geht es heute in „Glücklich leben“, erstmals mit Karin Busch-Frankl als „Radio Wien“-Psychologin.

Eltern kennen Schulstress oft aus eigener Erfahrung, Kinder sehen sich dem Schulstress oft hilflos ausgeliefert. Jedes dritte Kind leidet unter Schulstress, Mädchen häufiger als Buben, so Busch-Frankl.

Die Definition von Schulstress

Psychologisch definiert wird Schulstress als „Stressreaktion auf eine erhöhte Anforderung“. Es gilt aber dabei auch zu beachten, dass positiver Stress sehr wohl auch als Antriebsfeder nutzbar ist. Die Ursachen für Schulstress sind zahlreich. Schulstress wird aber nicht immer als solcher erkannt und manchmal mit der Pubertät verwechselt.

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Auslöser dafür könne sein, dass Kinder mit dem Lernstoff über- oder unterfordert sind, Probleme mit Gleichaltrigen haben oder sogar gemobbt werden. Weitere Stressfaktoren sind, wie gut das Kind in der Schule integriert ist, ob es Konflikte mit Eltern oder Lehrern gibt, Sorgen über die Schulleistung, zum Beispiel der Notendruck, aber auch der Leistungsdruck innerhalb der Familie. Überforderung könne zu Minderwertigkeitsgefühlen führen, am Ende entsteht eine Negativspirale.

Schüler über Lernunterlagen

Fotolia/pegbes

Überforderung und Mobbing können Ursachen für Schulstress sein

Wie erkennen Eltern Schulstress beim Kind?

Die Reaktion von Kindern auf Schulstress hängt laut Busch-Frankl von mehreren Faktoren ab, etwa dem Charakter und dem Alter des Kindes. Zieht es sich zurück oder wird es aggressiv? Psychosomatische Auswirkungen sind bei Kindern häufig, jüngere Kinder haben Bauchschmerzen, schlafen schlecht und werden zu Bettnässern. Ältere Kinder klagen häufig über Kopfschmerzen, Schwindel, plötzlichen Leistungsabfall. All das findet seinen Ausdruck in Schulverweigerung, Schwänzen, Lügen und verheimlichen von schlechten Noten.

Wie können Eltern helfen?

Eltern können zunächst einmal damit helfen, indem sie die Ursachen für den Schulstress klären. In Gesprächen mit den Lehrern lassen sich mögliche Teilleistungsstörungen abklären.

Bestimmte Verhaltensweisen helfen dabei, den Stress zu bewältigen. Lerneinteilungen schaffen klare Strukturen, wirken so präventiv gegen Stress. Mitlernen und Wiederholen gelten als die „Mutter des Lernens“. Eltern helfen, indem sie bei Fächern, in denen Schwächen auftreten, unterstützend auftreten. Ein Aufgabenheft schafft Ordnung. Bei all dem Lernen ist es wichtig, keinen Marathon durchzustehen, sondern Ruhepausen einzubauen.

Sendungshinweis:

Radio Wien Magazin, 21.Mai 2012

Auch Entspannungstechniken, etwa durch Muskelentspannung oder Biofeedback, Düfte, Musik, das Malen von Mandalas oder die Verwendung eines Stressballs sorgen für den Abbau von Schulstress. Eltern haben eine Vorbildwirkung auf Kinder. Sie sollten realistische Anforderungen stellen, die Kinder loben und nicht bestrafen. Busch-Frankl: „Lernen erfolgt am Besten, wenn man positive Gefühle vermittelt bekommt, getreu dem Motto ‚Was ich gerne mache, mache ich gut‘, indem Schwächen akzeptiert werden und Mut zugesprochen wird.“

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