Tipps gegen das „Aneinander-vorbei-Reden“

Egal ob mit der Stimme, mit dem Körper oder durch unser Verhalten - wir kommunizieren immer. „Radio-Wien“-Psychologin Karin Busch-Frankl erklärt, worauf wir achten müssen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Nur ein Drittel der täglichen Kommunikation läuft über die Sprache, zwei Drittel unserer Mitteilungen übernimmt der Körper. Problematisch werde es, wenn „unser Körper etwas anderes ausdrückt, als wir sprachlich von uns geben“, zeigt Busch-Frankl einen Grund für Verwirrung und Missverständnisse auf.

Zuhören und nachfragen

Die Psychologin gibt aber auch Tipps für die klassische sprachliche Kommunikation. Sie rät dazu, bewusst darauf zu achten, wie man Kritik äußert und dabei auch seine eigenen Gefühle anzusprechen. Mit „Ich-Botschaften“ könne man seine Meinung besser darstellen als mit Vorwürfen - und der Gesprächspartner höre dann auch eher zu. Wenn man ihn dagegen mit Vorwürfen wie „Du redest immer so viel“ konfrontiere, gehe dieser in den Abwehrmodus, und das Gespräch führe zu keinem Ergebnis.

Kommunikation

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Weiters fordert sie dazu auf, in Gesprächen aktiv zuzuhören, Aufmerksamkeit und Verständnis zu signalisieren und nachzufragen. Man sollte etwa fragen, was der Gesprächspartner mit "vielleicht“ meine, rät sie, denn „wer fragt, der führt“. Um die Aussagen des Gegenübers besser einordnen zu können, sei es auch hilfreich, diese zusammenzufassen.

„Hätte ich das doch noch gesagt...“

Auf jeden Fall vermeiden sollte man in einem Gespräch aber allgemeine Weisheiten, Belehrungen und Unterstellungen. Auch das Herunterspielen einer Situation, Weichmacher wie „irgendwie" und Konjunktive aller Art tragen zu keinem konstruktiven Gespräch bei. Ebenfalls kontraproduktiv seien Verallgemeinerungen und Vorwürfe wie „ständig musst du alles falsch machen.“

Besonders bei schwierigen Gesprächen komme es auch leicht vor, dass man sich im Nachhinein denkt: Hätte ich doch das oder jenes noch gesagt. Vermeiden könne man das, wenn man sich auf das Gespräch vorbereite, sich die eigenen Argumente überlege und versuche, sich in den anderen hinein zu versetzen.

Sendungshinweis

„Radio Wien“-Magazin, 20. August 2012

Jede Nachricht hat vier Ebenen

Das Verhalten in einem Gespräch sei immer auch eine Reaktion auf das Gegenüber. Und manchmal rede man aneinander vorbei, gab die Psychologin zu bedenken. Um dies zu vermeiden, sollte man sich klar machen, dass jede Nachricht aus vier unterschiedlichen Richtungen gesehen und unter vier unterschiedlichen Annahmen gedeutet werden könne.

Diese vier Aspekte oder Ebenen bezeichnete der Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun als Seiten einer Nachricht. Vordergründig gehe es zwar immer um den sachlichen Inhalt, es werde aber auch deutlich, in welcher Beziehung der Sprecher zum Empfänger steht, was er von sich selbst preisgibt, und wozu er den Empfänger mit seiner Aussage veranlassen möchte. Im Idealfall seien alle vier Ohren und Schnäbel bei Sender und Empfänger gleich gut ausgeprägt, so Busch-Frankl.

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