Strategien zum Stressabbau

Urlaubsstress, Stress bei der Arbeit, Stress mit den Kindern - wer gestresst ist, hat das Gefühl, an seine Grenzen zu stoßen. Sport, Schlaf und soziale Kontakte seien nur einige der Mittel dagegen, so „Radio-Wien“-Psychologin Karin Busch-Frankl.

Schon in der Urzeit seien die Menschen gestresst gewesen, erklärt die Psychologin. Nur so sei es den Jägern und Sammlern nämlich gelungen, in Höchstform zu kommen und rechtzeitig zu fliehen. Heute dagegen scheine Stress fast schon „in“ zu sein, meint sie, denn generell gelte: „Wer viel beschäftigt ist, ist wichtig.“ Zudem hätten viele Menschen noch aus ihrer Kindheit Sätze wie „Sei perfekt“ oder Streng dich an“ im Kopf.

Stressfaktor Nummer eins: Der Arbeitsplatz

Den größten Stress empfinden die meisten bei der Arbeit. Die Anforderungen seien gestiegen, der Termindruck habe zugenommen, Mitarbeiter seien immer erreichbar, erklärt Busch-Frankl diese Entwicklung. Dazu komme die Angst um den Job, nicht alle könnten mithalten. Dennoch: Jeder empfindet unterschiedliche Situationen stressig. An sich aber sei Stress immer ein Zusammenspiel von psychischen, physischen und biochemischen Reaktionen des Körpers.

Stress Büro

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Kurzfristig reagiere der Körper mit Leistungssteigerung auf Stress. Die Schweißbildung steige, die Bronchien erweiterten sich. Kurzum, der Körper erhöht seine Überlebenschancen. Langfristig aber führe Stress zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Verdauungsschwierigkeiten, ja sogar zu Krebs könne er führen. Auch Antriebsschwäche und Schlafstörungen seien Folgen von Dauerstress.

„Lernen Sie, nein zu sagen“

Um die Belastung zu verringern, müsse man zu allererst über die eigene Situation nachdenken. „Dinge die ich nicht ändern kann, darüber brauch ich mich nicht aufregen“, rät die Psychologin, alles andere sei anzugehen. Tipps gegen „Burnout“ gibt sie auch: „Setzen Sie Prioritäten, machen sie sich Listen!“ rät sie beispielsweise oder „Lernen Sie, ‚nein‘ zu sagen, zeigen Sie ihre Grenzen auf“.

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„Radio Wien“-Magazin, 27. August 2012

Verändern könne man die eigenen Verhaltensmuster natürlich nur Schritt für Schritt, wichtig sei in jedem Fall positives Denken. Außerdem müsse jeder lernen, zu erkennen, was für ihn überhaupt stressig sei. „Hören Sie auf Ihren Körper“, fordert die Psychologin in diesem Zusammenhang, oft sei dieser „innere Berater“ nämlich sehr hilfreich.

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Realistische Ziele und Bewegung

Die Ziele sollte man sich nach den Erfolgschancen aussuchen, rät sie außerdem, und „lernen Sie, auch mal gar nichts zu tun!“ Oft seien „Babyschritte“ nämlich sinnvoller als große Sprünge. Auch eine Änderung der Perspektive könne durchaus hilfreich sein.

Abbauen könne man Stress vor allem durch körperliche Aktivitäten. Als „bestes natürliches Antidepressivum“ bezeichnet die Psychologin einen Spaziergang. Auch Gartenarbeit, Sport und soziale Kontakte tragen zum Wohlbefinden bei. Außerdem rät Busch-Frankl: „Schlafen Sie ausreichend“, Übermüdung führe nämlich zu noch mehr Stress.

Medikamente und Alkohol dagegen seien kein geeignetes Mittel, stellt die Psychologin klar. Wer seinen Stress nicht alleine bewältigen könne oder den Eindruck habe, dass dieser ihn im Alltag behindere, solle sich professionelle Hilfe suchen, empfiehlt sie.

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