Psychosomatik und was dahinter steckt

„Sich etwas zu Herzen nehmen“: Phrasen wie diese beschreiben die Wechselwirkung Körper-Psyche sehr gut. Bis zu 40 Prozent der körperlichen Erkrankungen haben psychosomatische Ursachen, so Radio-Wien-Psychologin Karin Busch-Frankl.

Psychosomatische Erkrankungen sind körperliche Erkrankungen und Beschwerden, die durch psychische Belastungen hervorgerufen werden. Es wird geschätzt, dass rund 20 bis 40 Prozent der körperlichen Erkrankungen psychosomatischer Herkunft sind. Vor allem lang anhaltender Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit einer psychosomatischen Erkrankung.

Stress

Fotolia/Artem Furman

Erkrankungen bleiben oft lange unerkannt

Als Folgen verringern sich die Selbstheilungskräfte, nehmen Erkrankungen zu und das Immunsystem wird geschwächt.Es dauert in der Regel rund sieben bis acht Jahre, bis eine psychosomatische Erkrankung diagnostiziert wird. Psychische Beschwerden äußern sich auf rein körperlicher Ebene. Über die psychische Belastung wird oder kann nicht gesprochen werden. Da die Psyche aber einen Weg sucht, sich mitzuteilen, tut sie es in Form einer somatischen Erkrankung. Es besteht somit ein enger Zusammenhang, eine Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche.

Was sind psychosomatische Erkrankungen?

Es gibt eine Anzahl von Erkrankungen, bei denen man eine psychosomatische Komponente stärker vermutet als bei anderen, zum Beispiel bei Kopfschmerzen: Menschen, die Sorgen haben oder bedrückt in der Stimmung sind, haben eine schlechtere Haltung, sie tragen ihren Kopf häufiger gesenkt. Diese Haltung führt dazu, dass es im Bereich der Halswirbelsäule zu Verspannungen kommt, welche sich als Schmerzen über den gesamten Kopf ausbreiten können.

Häufig kommt es auch dazu, dass man krank wird, sobald man im Urlaub ist. Da lässt meist die erhöhte Anspannung und Cortisolausschüttung nach, die einen eine gewisse Zeit fit hält. Cortisol ist ja ein „Stresshormon“. Danach kommt es zum Crash und die Menschen liegen krank im Bett.

Sendungshinweis:

Radio Wien Magazin, 25. März 2013

Ein anderes Beispiel: Übelkeit und Magenschmerzen in belastenden Situationen. Bei Stress und Ärger verkrampft sich der Magen, es wird mehr Magensäure produziert. Dies kann Sodbrennen, Magengeschwüre, Blähungen und Magenkrämpfe auslösen. Aber auch die Haut und die Haare reagieren stark auf psychische Belastungen. Das Immunsystem ist bei schlechter psychischer Verfassung eines der ersten Systeme, die geschwächt werden. Die Menschen erkranken um ein vielfaches häufiger an Infektionskrankheiten, wenn sie sich psychisch nicht gut fühlen.

Wie vermeide ich psychosomatische Beschwerden?

  • Der wichtige erste Schritt ist es, sich den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche bewusst zu machen. Versuchen Sie eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Ursache hinter körperlichen Problemen stecken könnte. Was will mir mein Körper mitteilen? Nehmen Sie die Antworten ernst.
  • Denken Sie positiv! Wie ich über eine Situation denke, beeinflusst mein Wohlbefinden. Beurteile ich etwas als aussichtslos und unbewältigbar, wird es zu einer erhöhten Belastung kommen und zu möglichen körperlichen Symptomen.
  • Aktivieren Sie Selbstheilungskräfte durch Entspannungsübungen oder Hypnose. Gehen Sie in sich, achten Sie auf Ihr Empfinden und beachten sie, was der Körper und die Psyche brauchen.
  • Tun Sie sich selbst etwas Gutes und vergessen Sie nicht darauf, Energie zu tanken.

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