Ein Vorgeschmack auf den Frühling

Sie kommen über Nacht: Aus allen Pflasterritzen, in dichten Matten auf den Wiesen und unter den Bäumen und Sträuchern: die Veilchen. Für Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger ein Zeichen, dass der Frühling einzieht.

Veilchen gibt es in vielen Farben: Gelb, weiß, rot, sogar gefüllt blühende. Alle haben eines gemeinsam: Sie lieben einen Standort mit lehmigem Boden, der allerdings in der obersten Erdschicht sehr humos ist – zum Beispiel durch Blätter, die verrotten. Daher wachsen Veilchen am liebsten unter Sträuchern, zum Beispiel gemeinsam mit den Leberblümchen.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 10. März 2017

Ein weiterer Wunsch der Veilchen: Keine zu hohen Temperaturen. Wird es wärmer als zehn Grad, hören sie ziemlich rasch mit dem Blühen auf. Sagt den Pflanzen der Standort zu, dann vermehren sie sich rasch, einerseits durch Ausläufer, andererseits durch Samen, die von den Ameisen verschleppt werden. Denn am Samenkorn befindet sich immer ein kleines „Zuckerpaket“, das ein Leckerbissen für die Tiere ist.

Veilchen

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Veilchen

Donau oder Parma

Seit jeher begeistern Veilchen: Goethe schwärmt von ihnen, Kaiserin Elisabeth liebte kandierte Veilchen und auch heute gibt es viele Gartenliebhaber, die diese kleinen Pflanzen schätzen. Das Sammeln in der Natur ist nicht lohnenswert (und übrigens auch verboten), denn über die Jahrhunderte wurden von den Gärtnern Sorten ausgewählt, die besonders große Blüten und auch einen intensiven Duft besitzen.

Eine davon ist die Veilchensorte „Donau“, die aus Österreich stammt und seit etwa 1930 gezogen wird. Sie blüht beinahe als erstes, hat einen intensiven Duft und dazu noch lange Blütenstiele. Absoluter „Duftstar“ ist aber das so genannte Parmaveilchen. Es war im 18. und 19. Jahrhundert in Frankreich so begehrt, dass sich in der Gegend rund um Toulouse zahlreiche Gärtnereien ausschließlich mit der Kultur dieser Veilchen befassten. Ein Virus machte aber dem Boom ein Ende und innerhalb kürzester Zeit gingen alle Pflanzen ein.

Heute ist es gelungen diese wertvollen Veilchen aus einzelnen gesunden Zellen zu ziehen und wieder virusfreie Bestände aufzubauen. Es lohnt sich, das Parmaveilchen an einer sehr geschützten Stelle anzupflanzen. Ohne Winterschutz geht es aber nicht, der kleine Duftstar ist nicht ganz frostfest.

Alle Tipps des Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger können Sie hier nachlesen.

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